Körperlichkeiten

Körperlichkeiten zwischen Eltern und Kindern

Kinder brauchen körperliche Nähe. Das Wichtigste ist laut Experten, die Grenzen  – sowohl emotionale als auch körperliche – wahrzunehmen und zu respektieren. Über verschiedene Themen, wie etwa den Lippenkuss, sind sogar Experten uneinig. Umso mehr ist Wertschätzung und Einfühlsamkeit den Kindern gegenüber notwendig.

Wir haben ein Interview mit der klinischen Psychologin, Psychotherapeutin und Stv. Leiterin von den Kinderschutzzentren die Möwe geführt. Mag. Gabriele Bischof-Brünner hat konkrete Empfehlungen.

„Die meisten Eltern machen es so, wie sie es selbst von ihren Eltern gewohnt waren. Manchen Kindern und Jugendlichen ist das eine oder andere schon immer unangenehm, nur sie trauen sich nichts zu sagen“, so die Beraterin. So etwa der gemeinsame Aufenthalt in der Badewanne: „Bis zum 3. Lebensjahr ist das Baden vollkommen in Ordnung. Danach beginnt die phallische Phase, in der sich Kinder sehr für ihre und andere Geschlechtsteile interessieren“, so Bischof-Brünner. Das gemeinsame gegengeschlechtliche Baden sollte daher langsam beendet werden.

Auch beim umstrittenen Lippenkuss hat man bei der Möwe konkrete Erfahrungen: „Obwohl Eltern ihre Kinder ohne Hintergedanken auf den Mund küssen, geht dies in manchen Fällen schon über die Grenzen des Kindes und ist daher oft keine gute Kontaktmöglichkeit“, so Mag. Gabriele Bischof-Brünner.

Unproblematisch seien kuscheln oder sich nackt zeigen. Meistens entwickeln Kinder in der Vorpubertät ohnehin Schamgefühle und äußern ihr Unbehagen. Bei Unsicherheiten ist es wichtig, die Kinder einfach direkt zu fragen, was ihnen unangenehm ist und was nicht.
Eine weiterer heikler Punkt für Eltern sei das Erwischt oder Gehört werden beim Geschlechtsverkehr und der richtige Umgang damit. „Schweigen Sie den Vorfall auf keinen Fall tot, denn Kinder ordnen dies schnell als Gewaltakt ein“, so die Beraterin. Mit dem Thema Sexualität solle man offen umgehen und die Kinder altersgerecht aufklären.

Sollten Sie Hilfe bei dieser Thematik brauchen, können Sie gerne die österreichischen Familienberatungsstellen für ein kostenloses Erstgespräch kontaktieren.