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Mann in seinem Rollstuhl

Körperliche Behinderung durch Krankheit bzw. Unfall

Alles ist normal und mit einem Mal durch eine Unachtsamkeit im Straßenverkehr oder einem sonstigen Ereignis kann die eigene Welt aus den Fugen geraten. Ein Unfall kann das Leben des/der Betroffenen von heute auf morgen auf den Kopf stellen. Was tun, wenn man plötzlich im „Rollstuhl“ wieder aufwacht? 

Dr. Manfred Pawlik, Psychotherapeut und Berater bei Familie & Beratung in Hollabrunn, weiß: „In vielen Fällen ist eine komplette Neuausrichtung notwendig. Oft brechen die Freunde weg, weil man nicht mehr der/die Gleiche ist. Manchmal werden Beziehungen auch am Krankenbett beendet, da der Partner die Situation nicht mehr erträgt. Man stürzt in ein tiefes Loch und kommt allein kaum mehr wieder heraus.“ 

Eine körperliche Behinderung wirke sich auf alle Bereiche aus – sozial, psychisch und sexuell, so der Experte: „Dadurch findet eine totale Umorientierung statt.“ Beziehungen werden neu definiert und oft ein neuer Freundeskreis geschaffen, denn durch diesen massiven Einschnitt findet häufig eine starke persönliche Veränderung statt.

Meistens ist eine längere und regelmäßige Psychotherapie sehr hilfreich, um wieder Boden unter den Füssen zu bekommen, sich beruflich umzustellen und neue Perspektiven zu finden. Unter anderem können auch Hilfsmittel für zu Hause erlernt werden, wie zum Beispiel autogenes Training oder Selbsthypnose (suggestives Sprechen) – alles probate Wege, um Phantomschmerzen zu lindern.

Für viele behinderte Personen ist Sport sehr wichtig, dieser gibt Bestätigung, Wertschätzung und der Bezug zum normalen Leben wird leichter. Beim Sport wird man wieder als Mensch geschätzt und nicht bemitleidet. 

Als Anlaufstelle für erste Orientierungsschritte stehen alle österreichischen Familienberatungstellen gerne zur Verfügung.