Grafik - blaue Figuren bilden einen Kreis, orange Figur ist ausgeschlossen

Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund

Experten und Expertinnen sind der Meinung, dass für Kinder „Integration und Migration“ oder „Inklusion“ eigentlich keine Themen sind. Sie suchen ihre Freunde und Freundinnen nach Sympathien und vielen anderen Kriterien aus. Gibt es vermehrt Probleme mit Mobbing und Diskriminierung in Klassengemeinschaften oder Kindergartengruppen, die sich aus Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zusammensetzen? 

„Kinder sind diejenigen, die am wenigsten an dieser Problematik arbeiten müssen. Sie orientieren sich an der Meinung ihrer Eltern, die hier eine wichtige Vorbildfunktion erfüllen.“, erklärt Judith Hanser von der Beratungsstelle Miteinander Lernen-Birlikte Ögrenelim in Wien. Erwartet man Toleranz und Respekt von seinen Kindern im Umgang mit Anderen, muss man dies auch Selbst vorleben. Diese Regel gilt für alle Parteien. „Migration- und Integrationsprobleme in Klassengemeinschaften werden meist immer nur dann besprochen, wenn es eine akute Krise oder ein Problem gibt. Wichtig wäre es, eine angstfreie Basis zu schaffen, auf die man aufbauen kann. Man sollte nicht am Problem arbeiten sonder an einem möglichen Lösungsweg“, so Hanser. Selbst anpacken lautet dabei die Devise. Ein aktiver Elternverein kann das Miteinander der Eltern fördern, positive Erlebnisse schaffen und den Dialog untereinander fördern. Dies gilt auch für die Elterngemeinschaft eines Kindergartens. Aber auch das pädagogische Personal muss sich seiner Vorbildfunktion bewusst und entsprechend handlungsfähig sein.

Bei problematischen Situationen empfiehlt es sich, gemeinsam mit seinem Kind nachzuforschen und zu diskutieren. Differenziert zu reden ist besser als zu verbieten. Durch die differenzierte Auseinandersetzung ergeben sich automatisch Lösungsansätze. „Es gibt leider kein Handbuch, welches man bei einem solch heiklen Thema zurate ziehen könnte. Falls es aber ein dauerhaftes oder gröberes Problem gibt, sollte man alle Beteiligten (Kinder, Lehrer/Kindergärtner und Eltern) zu einem Gespräch zusammenbringen.“, rät Hanser. Besser als Konfliktverdrängung ist eine direkte Auseinandersetzung. Bei Fragen oder akuten Problemen kann man jederzeit Beratungsstellen und spezialisierte Einrichtungen um Hilfe und Lösungswege bitten.