Junges Mädchen, das sexy gestylt ist: Hotpants, bauchfrei mit Nabelpiercing und Lederhandschuhen.

Kids & ihre Vorbilder aus den Medien

Lady Gaga, Rihanna, Pink: Unsere Kinder eifern nicht selten ihren Vorbildern aus den Medien nach. Ob es täglich Hotpants sind, lila Haare oder der Schulabbruch um Rockstar zu werden – wie holt man die Kids auf den Boden der Realität zurück?

Katharina Marek-Baudisch ist Beraterin in der Familienberatungsstelle des Vereins „Eltern für Kinder“ in Wien. Sie weiß: „Vorbilder helfen Kindern sich gut zu entwickeln. Wenn ich mit dem Medienvorbild ganz und gar nicht glücklich bin, hilft es, mit meiner Tochter/meinem Sohn zu reden und meine Haltung klar zu machen.“

Möchte mein Kind sogar die Schule vernachlässigen, um seinem Idol auch beruflich gleichzuziehen, muss ich als Elternteil einschätzen, ob dieser Traum realistisch ist. Jedenfalls ist der Wunsch ernst zu nehmen und keinesfalls ins Lächerliche zu ziehen. „Es ist wichtig, das Kind wenn möglich zu unterstützen – aber die Realität miteinzubeziehen. So kann es etwa sein Talent in der Freizeit erproben oder die Biographie eines Popstars lesen. Das kann dem Kind helfen, auch andere Seiten zu sehen“, rät die Expertin.

„Prinzipiell ist es wichtig, Kinder Erfahrungen machen zu lassen. Selbst, wenn man bereits im vorhinein weiß, dass es sich um einen Ausflug in eine andere Welt handelt“, so die Psychotherapeutin. Sie rückt die Balance zwischen Halt geben und Loslassen in den Mittelpunkt: „Kinder, die ein schützendes Umfeld zuhause vermissen, sind prädestiniert, Medienvorbilder zu suchen. Es werden dann Identitäten und Bestätigung gesucht.“

Die Expertin empfiehlt außerdem grundsätzlich einen altersadäquaten Medienzugang: „Als Erziehungsperson gilt es, ein Auge darauf zu haben, was mein Kind konsumiert und auch den eigenen Medienkonsum zu reflektieren.“ Ein Tipp der Beraterin: handyfreie Zeiten vereinbaren!