Erziehung – Kinder aus internationalen Partnerschaften

Jede Familie hat eine andere Familienkultur. Wenn nun zwei Menschen aus anderen Kulturkreisen aufeinandertreffen, wird das Finden eines gemeinsamen Nenners im Hinblick auf die Erziehung des  Nachwuchses oft zu einer richtigen Herausforderung. Worauf man bei der gemeinsamen Erziehung achten sollte, ob die Eltern die Kultur des Kindes beeinflussen können und wie, über all das und mehr spricht Monika Fenz, Psychotherapeutin, (systemische Familientherapie), Familienberatungsstelle PPZ, Perchtoldsdorf.

Menschen aus verschiedenen Ländern haben oft auch verschiedene Vorstellungen davon, wie sie ihre Kinder erziehen möchten. Das hängt natürlich auch davon ab, wie sie selbst erzogen worden sind und ob sie es als richtig empfunden haben, oder ob sie als Eltern einen anderen Weg einschlagen möchten. Da die Erziehung nicht nur familienbedingt ist, sondern auch national und kulturell, haben es mononationale Paare einfacher. Sie finden leichter einen gemeinsamen Nenner, verstehen auch ihren jeweiligen Background besser. Natürlich meint jeder Partner, seine Methode sei die beste für das Kind. Partner unterschiedlicher Herkunft haben oft Schwierigkeiten die Meinung des anderen nachzuvollziehen, weil sie selbst einem ganz anderen kulturellen Kreis entstammen. Hinzu kommt, dass bei Österreichern, die hier einen ausländischen Partner haben, bei aller Liebe, oft eine Abwertung der anderen Kultur stattfindet. Kinder fühlen das. Es wirkt sich enorm auf das Selbstbild des Kindes aus, wie die Eltern miteinander umgehen und wie viel Respekt sie füreinander aufbringen. Das steht in direkter Verbindung dazu, welches Rollenbild dem Kind vermittelt wird. Daraus, was das Kind zu Hause und in seinem Umfeld zu sehen bekommt und aus seiner eigenen Veranlagung heraus, wächst seine eigene Persönlichkeit und Kultur. Man kann also als Elternteil dem Kind nicht wirklich die Kultur vorschreiben, mit der es sich identifizieren soll. Denn je mehr man das Kind zu etwas drängt, desto mehr wird es sich dagegen wehren wollen. Das Kind sollte vielmehr die Freiheit haben, selbst seinen Weg und seine Kultur zu wählen und auch aus zwei unterschiedlichen Wurzel-Kulturen seine eigene passende Mischung zu kreieren. 

Genauso sollte jeder Elternteil seine Elternschaft leben dürfen, soweit es dem Wohle des Kindes dient und seine Entwicklung fördert. Dadurch können natürlich Konflikte innerhalb der Partnerschaft entstehen. Nicht immer ist man schließlich damit einverstanden, was der Partner für richtig für das Kind hält. Es ist gut, diese Konflikte als Chance zu sehen, den anderen besser kennenzulernen und neue Wege zu finden miteinander zu leben. Konfliktthemen sollten jedoch nicht in Anwesenheit des Kindes zu Streit führen, denn vor dem Kind sollten die Eltern immer eine Einheit bilden und für das Kind eine gemeinsame Haltung vertreten. Dabei sollte es bei zunehmendem Alter des Kindes immer klarer werden, dass Eltern nicht immer einer Meinung sind, aber zu einer Einigung kommen können.

Der Schlüssel zum Erfolg für Partner unterschiedlicher Herkunft ist sicherlich gegenseitiger Respekt füreinander sowie für die andere Kultur aber auch die Tatsache als Eltern zu wissen, wer man ist, woher man kommt und wohin man geht.

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