Ein Elternteil mit Kind vor der Tower Bridge in London winkt dem anderen Elternteil ohne Kind vor dem Eiffelturm in Paris.

In der Europäischen Union verlassen immer mehr Menschen ihre Heimat und ziehen in ein anderes EU-Land. Wenn der Partner zurückbleibt, entsteht eine internationale Beziehung. Für Kinder aus solchen Beziehungen gelten besondere Regelungen im Fall einer Trennung. Die Partner müssen sich grenzüberschreitend über das Sorge- und Umgangsrecht sowie über den Wohnort des Kindes einigen. 

Sorge- und Umgangsrecht 

Die Einigung über die Wohnsituation, die Schulbildung, die Ferienzeiten, die gesundheitliche Versorgung und den Unterhalt für Kinder internationaler Familien ist nicht einfach. Finden die Eltern keine gemeinsame Vereinbarung, kann ein Mediator oder Familienanwalt unterstützen. Zum Schutz der Beziehung zwischen Kindern und beiden Elternteilen erlauben EU-Vorschriften eine gerichtliche Entscheidung über das Sorge- und Umgangsrecht.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier: Flugblatt zum Sorge- und Umgangsrecht 

Grenzüberschreitende Kindesentführung durch einen Elternteil

Werden sich die Eltern nicht einig über den Wohnort des Kindes, so verstößt es gegen das Gesetz, das Kind in ein anderes Land zu bringen – ohne Zustimmung des zweiten Elternteils oder ohne gerichtliche Genehmigung. Im Fall einer solchen „grenzüberschreitenden Kindesentführung durch einen Elternteil“ können Mediatoren und Familienanwälte vermitteln. Zentrale Behörden in jedem EU-Land helfen dabei, Kinder wieder zurückzuholen.