Das Bild zeigt in blauen Farben gehalten, wie unter einem Mikroskop eine Eizelle künstlich befruchtet wird.

In-Vitro-Fertilisation – wie sagt mans dem Kind?

Es kommt der Zeitpunkt, da beginnen Kinder sich dafür zu interessieren, wie sie entstanden und in Mama's Bauch gekommen sind. Wenn das nicht auf natürlichem Weg passiert ist, können Eltern schon in Erklärungsnot geraten...

„Kinder wissen manchmal intuitiv Bescheid“, erklärt Ilse Miksch, Expertin der Familienberatungsstelle Fürstenfeld. „Sie spüren sich anders und sind unrund, weil sie nicht wissen, was mit ihnen los ist. Zeigt sich das Gefühl des 'Andersseins' als roter Faden, dann ist es für Eltern wichtig, Antworten zu geben, denn Kinder brauchen eine Erklärung.“

Wie man das Kind mit dem Thema konfrontiert, hängt vor allem vom Alter ab: Jüngeren kann man etwa sagen: „Es gibt Dinge in der Natur, die funktonieren nicht so, wie man es möchte. Dann geht man einen anderen Weg.“ „Kinder kommen mit Gleichnissen gut zurecht und können komplexere Informationen auf diesem Umweg besser verstehen“, weiß die Beraterin. „Älteren kann man direkter erklären, was los ist und körperliche Aspekte einbauen. Die Metapher 'wir haben einen anderen Weg genommen' ist aber auch für sie ein guter Ansatz.“

Grundsätzlich ist es immer ratsam, mit dem Kind intuitiv und individuell umzugehen, denn wenn es etwa zu früh ist, kann das Kind mit der Information noch nichts anfangen und denkt nur „ich bin nicht normal“. Ilse Miksch rät daher von einer Kofrontation vor der Pubertät prinzipiell ab.

Dem Thema auszuweichen und das Kind im Unklaren zu lassen hält die Beraterin dennoch für keine gute Idee, denn „oft taucht es dann als Problem in der Beziehung zu den Eltern auf. Das Kind fühlt sich nicht authentisch behandelt oder angelogen, wenn etwa Eltern die IVF nur schwer in ihrer Eltern-Kind-Geschichte akzeptieren können.“

In den österreichischen Familienberatungsstellen finden betroffene Eltern und Kinder Unterstützung. Dort sehen sich Experten jede Familie individuell an und helfen den Eltern, mit der Situation gut umzugehen. „Eltern sehen oft etwas Schlimmes daran, das ist es aber nicht!“ so Miksch. „Es ist wichtig, die Schwere rauszunehmen und eine tragfähige Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen. Jedes Kind ist anders, daher schauen wir uns auch die Kinder genau an und helfen den Eltern, individuell auf sie einzugehen, denn Kinder wollen oft einfach nur wissen, was los ist. Es gilt, die Familie als Ganzes zu sehen, wie ein Puzzle, und unter diesem Aspekt die IVF als Puzzlestein harmonisch einzusetzen, in die Eltern-Kind-Geschichte“, meint die Expertin abschließend.