Ich will ein glücklicher Single sein!

Durch die immer höhere Lebenserwartung und die steigende Zahl von Trennungen und Scheidungen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man im Leben irgendwann Single wird. Nach einer längeren Partnerschaft bleibt dann meist eine Lücke, die es wieder zu füllen gilt. Mag. Eva Heistracher von der „Partner- und Familienberatung“ in Salzburg: „Wie man sich als Single fühlt, hängt stark von der jeweiligen Lebensphase ab. Eine stärkere Herausforderung ist es meist für jene, die nach einer gescheiterten Beziehung alleine sind. Der erste Schritt muss dann immer sein, das Vorgefallene für sich erklärbar zu machen.“

Die Beraterin empfiehlt, dies als Chance zu sehen, zu pausieren und zunächst mit sich ins Reine zu kommen. Sofort einen neuen Partner zu suchen hält Heistracher für einen Fehler: „Wer die vergangene Beziehung verarbeitet hat und mit sich klar kommt, hat gute Karten, dass die neue Beziehung besser gelingt.“ Letztendlich schütze diese Vorgangsweise auch vor einer sogenannten Wiederholungsbeziehung, in der man wieder in dieselben Grundkonflikte und verfänglichen Muster verfällt.

„Es ist für jeden Menschen wichtig, seine Bedürfnisse zu kennen und für die eigene seelische Gesundheit zu sorgen: indem man lernt, sich selbst anzunehmen, Kreatives tut, Neues wagt, über Schönes und Belastendes mit jemandem reden kann…
Singles müssen in dieser Hinsicht noch aktiver sein als in Partnerschaften lebende Personen, bei denen wichtige Bedürfnisse vielfach schon durch den Anderen erfüllt werden. Für Singles sind ein Freundeskreis und soziale Kontakte besonders bedeutsam: einerseits um Bedürfnisse nach Nähe, Austausch, Gemeinschaft… abzudecken, andererseits aber auch als potentielle Helfer, die man um Unterstützung fragen kann“, so die Beraterin. Eine Hauptaufgabe sei auch, Betätigungen zu finden, bei denen man sich selbstwirksam erlebt. Dies führe zu Zufriedenheit und Selbststärkung. „Sich beteiligen, etwas mit anderen oder für andere machen, erleben viele Menschen als sinnstiftend.“

Wenn einem die Decke auf den Kopf zu fallen droht und man sich einsam fühlt, rät die Expertin zu genauer Beobachtung: Wann ist es am schlimmsten? Wie ist es zu dieser Situation gekommen? Welche Bedürfnisse sind dann besonders stark? „ Am besten, man plant für solche Zeiten schon im Voraus Aktivitäten, um sich vor Durchhängern zu wappnen“, meint Heistracher.

Ist die Zeit reif, sich wieder auf Partnersuche zu begeben, rät Heistracher zu einer Vorgangsweise, die dem näheren Kennenlernen ausreichend Raum gibt: „Die unkomplizierte Kontaktaufnahme über Plattformen bietet viele Möglichkeiten und Chancen, einen passenden Partner zu finden. Doch es braucht Zeit und die Bereitschaft, sich auf den anderen einzulassen, damit  eine unverwechselbare Beziehung entstehen kann. Ansonsten wird der andere zu einem bloßen Austauschobjekt.“

Wer sich als Single einsam fühlt oder auf Partnersuche geht ist mit Fragen bei einer der zahlreichen österreichischen Familienberatungsstellen gut aufgehoben.