Vater bäckt mit Sohn
Vater bäckt mit Sohn

Ich wäre gerne eine besser Mutter, ein besserer Vater

Die Rolle als Elternteil ist eine, die man nicht lernen kann. Immer wieder können Situationen auftauchen, in denen man sich überfordert – ja nahezu handlungsunfähig fühlt. Oft bleibt Verunsicherung und Ratlosigkeit und der Wunsch, sich als Mutter oder Vater besser zu fühlen. Martin Krautschneider ist Sozialpädagoge, Psychotherapeut und Berater in der Familienberatung Am Schöpfwerk. Er definiert: „Eine gute Mutter, ein guter Vater ist ziel- und prozessorientiert und versteht, was es in der jeweiligen Situation braucht.“ Das Wesentliche sei immer, zu den Kindern eine gute Bindung aufzubauen und die richtige Mischung aus Freiheit und Grenzen zu finden.

Oftmals würden Probleme daraus entstehen, dass die Eltern selbst Bedürfnisse haben. Krautschneider dazu: „Überforderung, Wut, Angst und Zorn entstehen dann, wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist.“ Daher ist der erste Schritt in der Beratung bei Problemen mit dem Nachwuchs die Arbeit mit sich selbst, dem Beziehungsumfeld, den eigenen, möglicherweise belastenden Lebensthemen. „Wenn man in einer schwierigen Lebenssituation steckt, tut man sich besonders schwer, gelassen und geduldig auf Kinder einzugehen. Konflikte entstehen dann meist beim Setzen von Grenzen, da Verweigerung für viele Menschen grundsätzlich nicht einfach ist“, so der Therapeut. So braucht es etwa in der Pubertät eine Extraportion Zuwendung und Verständnis, die man nur aufbringen könne, wenn man selbst einigermaßen im Lot ist.

Sollte es zu einer Überforderung in einer bestimmten Situation kommen, rät der Profi zu einer bestimmten Strategie: „Bauen Sie einen Puffer ein: Nehmen Sie sich kurz aus der Situation, bevor es eskaliert. Ziehen Sie sich für ein paar Minuten zurück, atmen Sie durch, schließen Sie die Augen und lassen Sie alles innerlich Revue passieren. Danach treffen Sie für sich eine Entscheidung.“ Dadurch würde etwas mehr Gelassenheit entstehen und man könne besser bei sich bleiben.

Sollte eine Auseinandersetzung nicht so gut gelaufen sein und man hat das Gefühl, sich inadäquat verhalten zu haben, könne man mit den Kindern darüber sprechen. „Überfordern Sie sie nicht, aber vermitteln Sie, dass es menschlich ist, Fehler zu machen“, empfiehlt der Berater.

Wer sich als Elternteil immer wieder hilflos fühlt, ist in jeder österreichischen Familienberatungsstelle gut aufgehoben. Vereinbaren Sie einen Termin und nehmen Sie auch gerne die Kinder mit. Die Beratungen sind kostenlos – die nächstgelegene Beratungsstelle finden Sie mit der Suchfunktion auf unserer Website.