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Ich möchte keine Kinder ... werde ich es später bereuen? Gibt es die große Leere?

„Früher gehörte es zum Frausein einfach dazu, Mutter zu werden. Heute haben Frauen, auf Grund von Verhütungsmitteln und größerer finanzieller Unabhängigkeit meist die Wahl“, erklärt uns die Psychologin Mag. Doris Klepp vom Verein www.ananas.at. Der gesellschaftliche Druck, dass man heiraten und Kinder bekommen muss, um glücklich zu sein, hat abgenommen. Manche Frauen wollen einfach unabhängig bleiben. „Diesbezügliche Studienergebnisse zeigen, dass Frauen, die sich bewusst für ein Leben ohne eigene Kinder entscheiden, sich mit ihrem Lebenskonzept durchaus wohl fühlen“, erklärt die Expertin, „Diese Frauen bereuen es nicht und fühlen auch keine Leere. Sie verwirklichen sich in anderen Lebensbereichen. Natürlich kann es immer wieder zu Verunsicherungen kommen, wenn die Akzeptanz für diese Entscheidung vom Umfeld nicht vorhanden ist.“

Die Psychologin weiter: „Obwohl Frauen biologisch als Mütter ausgerichtet sind, müssen sie nicht automatisch einen Kinderwunsch verspüren. Zu Krisen kann es hingegen bei Frauen kommen, die unfreiwillig kinderlos geblieben sind.“

Wie schon eingangs erwähnt, hat sich im Wandel der Zeit das Bild der Frau stark verändert. Sie haben heute viel mehr Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten als noch vor einigen Jahrzehnten. Eine Konsequenz davon ist, das Ansteigen des Erstgeburtalters. Die Mutterschaft wird häufig auf später verschoben. Zuerst wird fertig studiert, dann folgt die Verwirklichung im Job und dann erst folgt die Bereitschaft, eine Familie zu gründen. Vielleicht. Vielleicht aber auch erst später. Außerdem muss sich dafür ja auch erst der passende Partner finden. Das kann letztendlich dazu führen, dass Frauen ihren Kinderwunsch so lange aufschieben bis es schwierig oder gar unmöglich wird, schwanger zu werden. Denn sind die biologischen Möglichkeiten einer Schwangerschaft vorbei ist es zu spät und dies kann zu einer persönlichen Lebenskrise führen.

Der abschließende Rat der Expertin lautet daher, für sich selbst zeitgerecht eine klare Entscheidung zu treffen, wie wichtig ihnen eine Familiengründung ist. „Dadurch entgehen Frauen dem Bereuen und der große Leere, denn sie gestalten dann ihren Lebensplan dementsprechend.“ Die Beratungsstellen können dabei unterstützend sein.