Mutter bei Hausarbeit mit Kind

Mutter bei Hausarbeit mit Kind

Ich mache so viel und keiner sieht es

Nicht selten haben Menschen das Gefühl, bereits völlig überlastet zu sein, sich rundum um alles zu kümmern aber letztendlich in ihrem Tun nicht gesehen zu werden. „In Familien sind oft die Tätigkeiten der Mutter oder des Vaters, vor allem wenn Kinder da sind, klar verteilt. Es wird dann alles schon als selbstverständlich betrachtet“, weiß Franz Lehner von der Männerberatung Salzburg. Letztendlich müsse man selbst darauf achten, wieder mehr Anerkennung zu bekommen und das, was man tut, sichtbarer zu machen. Dazu empfiehlt Lehner, die anderen miteinzubeziehen: „Damit die Kinder überhaupt merken, was alles in einem Haushalt zu erledigen ist, kann man sie schon von klein auf dazu erziehen, mit anzupacken – und sei es für die ganz Kleinen einfach nur den Löffel zur Spüle zu tragen.“ Alleine durch diese Maßnahme fühle man sich schon nicht so alleine mit allem. Der Profi rät außerdem, Erledigungen zu durchdenken und möglicherweise besser zu organisieren. Das fängt bei Kleinigkeiten an, wie etwa bei jedem Mal, bei dem man einen Raum verlässt, etwas mitzunehmen. Letztendlich sei es aber auch notwendig, die eigenen Ansprüche und den Perfektionsanspruch zu hinterfragen, der vielleicht nicht bei allem nötig ist. „Nur weil die Nachbarin eine perfekt geputzte, glänzende Wohnung hat, muss man das nicht ebenso halten, wenn es einem zu viel Mühe kostet“, so Lehner. Immer wieder eine Pause einzulegen, sich auf eine Parkbank zu setzen, ein paar Mal durchzuatmen und sich Zeit für sich selbst zu nehmen, sei schon ein erster wichtiger Schritt in Richtung mehr Zufriedenheit.

Wenn man das Gefühl hat, dass die anderen Familienmitglieder kein Verständnis aufbringen, könne laut Lehner auch der sogenannte Familientisch helfen: „Setzen Sie sich täglich mit Ihrer Familie zusammen, ohne störende Handys, und sprechen Sie offen über alles – so auch über Ihre Überforderung. Diskutieren Sie gemeinsam, welche Arbeitsteilungsmöglichkeiten es gibt und zeigen Sie damit schon den Kindern, wie man offen mit Problemstellungen umgeht.“

Wenn Sie in diesem Problem stecken, wenden Sie sich an eine der zahlreichen österreichischen Familienberatungsstellen, die Ihnen einen kostenfreien Gesprächstermin anbieten.