Pärchen in der Bar

Ich habe mich in eine/n Suchtkranke/n verliebt!

Wenn man verliebt ist, schaut man oft nicht so genau hin. Schmetterlinge im Bauch und die rosarote Brille können darüber hinwegtäuschen, dass es sich um jemanden mit einer Suchterkrankung handelt. Oft kommt dann später das böse Erwachen und man merkt, worauf man sich eingelassen hat. Diese Süchte können von Alkohol über digitale Spielsucht bis hin zu illegalen Substanzen reichen.

„Wenn Sie erste Beobachtungen machen, sollten Sie das direkt ansprechen“, empfiehlt Ursula Zeisel, Diplomsozialarbeiterin und psychosoziale Leitern der Suchthilfestelle dialog

So könne es etwa sein, dass der Herzensmensch bei jedem Treffen zu viel Alkohol trinkt. „Teilen Sie genau mit, dass Sie das stört und bleiben Sie dabei klar bei sich.“ Wenn es zu einer ablehnenden Haltung kommt, könne man in diesem Fall vorschlagen, beim nächsten Date alkoholfrei zu bleiben. 

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass das Gegenüber sich öffnet und das Problem eingesteht. „In diesem Fall ist es wichtig, dass man sich fragt, was aushaltbar ist und wo man Grenzen setzen muss“, warnt Zeisel. 

Eine Beziehung könne unterstützend, aber kein Heilmittel, sein. Sollte man sich darauf einlassen wollen, müsse man versuchen, die möglichen Gründe der Erkrankung mitzubedenken. Die Beraterin: „Die Ursachen sind sehr individuell und multifaktoriell. Oft geht der Sucht schon eine psychische Erkrankung wie etwa eine Depression voran. Auch die Suchtverläufe sind sehr unterschiedlich.“

Einen Entzug mitzubegleiten könne sehr kräfteraubend und belastend sein, da es häufig zu Rückfällen kommt und es ein jahrelanger Prozess sein kann. „Die oder der Betroffene muss auf jeden Fall professionell unterstützt werden.“

Sehr häufig würden Menschen auch über Partnerschaften selbst zu Drogenkonsum verführt werden – dieser Gefahr müsse man sich bewusst sein, da man gerade in beginnenden Liebschaften oft schwer Nein sagen könne.

Wenn man mit einem Profi über dieses Thema sprechen möchte, empfiehlt es sich eine Beratungsstelle, die auf Suchterkrankungen spezialisiert ist, aufzusuchen. Mittels der Suchfunktion auf unserer Website finden Sie eine in Ihrer Nähe. Sie sind herzlich willkommen und Beratungsgespräche sind kostenfrei.