Mann im Wald

Ich habe meinen Job verloren

Gekündigt zu werden und arbeitslos zu sein ist so gut wie für jeden Menschen eine Situation, die vorerst Verzweiflung auslöst. Familien sind ohnehin oft schon finanziell knapp und instabil, wenn dann Jobverlust eintritt, kann das mehr als belastend sein. Franz Lehner, Berater bei der Männerberatung Salzburg wird häufig in seinen Beratungssituationen mit diesem Thema konfrontiert: „Manche Partner sind dann extra belastet, weil sie Angst davon haben, ihrer Familie davon zu erzählen. Sie tun dann oft so, als hätten sie ihre Arbeit noch und verlassen zur gewohnten Zeit das Haus.“ Das habe damit zu tun, dass man sich selbst als Schwächling fühlt, Gefühle wie Enttäuschung und sogar Aggressionen kämen dazu. „Wenn man keine Perspektive sieht und auch die Partnerschaft nicht gut läuft, kann das sehr zornig machen.“ Worst Case seien hier all jene, die Flucht in eine Sucht wie Alkohol suchen oder sogar depressiv werden.

Die Aufgabe von Beraterinnen und Beratern sei es hier, vorerst einmal zuzuhören. In weiterer Folge würde man dann auch gemeinsam daran arbeiten, neue Wege aufzuzeigen. So etwa Kontaktaufnahme mit dem AMS oder andere Möglichkeiten Richtung Jobsuche.

Der Profi empfiehlt in solchen Belastungssituationen auch, selbst zu versuchen, den Kopf freizubekommen: „Gehen Sie in den Wald und treten sie dort gegen einen Baum, statt gegenüber Familienmitgliedern aggressiv zu werden.“

Als Aussprachemöglichkeit mit Kindern und Partnern empfiehlt Franz Lehner den sogenannten Familientisch: „Setzten Sie sich als gesamte Familie zusammen und versuchen Sie, offen und ehrlich über das Thema zu sprechen.“ Besonders Kinder müssen davor geschützt werden, dass Ängste aufkommen und das ginge nur über offenes, altersadäquates Ansprechen der Problematik.

Sollten Sie Hilfe zu diesem Thema benötigen, empfiehlt es sich, bei einer der österreichischen Familienberatungsstellen einen kostenfreien Termin zu vereinbaren.