Immer an den Falschen

Ich gerate immer an den falschen Partner!

Es kann einen schon verzweifeln lassen, wenn man das Gefühl hat, dass kein Partner der Richtige ist. Wieder und wieder platzt eine Beziehung und das zumeist nach demselben oder zumindest sehr ähnlichen Muster. So passiert es z.B., dass Frauen scheinbar zufällig immer wieder an Männer geraten, die sich in weiterer Folge als gewalttätig oder alkoholsüchtig herausstellen. DI Hermann Horngacher ist Ehe-, Familien- und Lebensberater in der Beratungsstelle Klartext Kufstein/Schwaz und sieht darin mehr als nur Zufall: „Das Wort ‚immer’ zu verwenden – im Sinne von ,ich gerate immer an den Falschen’ – ist schon ein Hinweis darauf, dass man primär bei sich selbst die Ursache suchen muss. Passiert mir dies nämlich mehr als ein- oder zweimal, muss ich daraus lernen und meine eigene Entscheidung hinterfragen. Wenn ich einmal geschlagen worden bin, müsste ich beispielsweise gemeinsam mit dem Täter eine Beratung aufsuchen. Ist dieser dazu aber nicht bereit, sollte ich in der Lage sein, den Kontakt abzubrechen.“

Wenn man dies nicht tut, so stecke eine unbewusste eigene Motivation oder Erwartung hinter diesem Beziehungsmuster, dem man dann immer wieder verfällt, auch wenn es einem unterm Strich dabei nicht wirklich gut geht. „Oft sind es Dinge in der Beziehung, die mich an in der Kindheit Erlerntes erinnern, die ich beim Partner suche“, so Horngacher. Auch wenn es eher das Gegenteil sei, das man sucht, so fiele es einem trotzdem schwer, diesem Drang nach Gewohntem zu widerstehen. „Selbst kann man die Wurzeln dieses Verhaltens kaum herausfinden. Oft sind es Schemata, die sich früh in unsere Psyche eingeprägt haben und so jahrzehntelang angewendet werden. Ohne einen neutralen, wohlwollenden Spiegel, der einem die tiefer liegenden Dynamiken klar erkennen lässt, hat man kaum eine Chance, sich daraus zu lösen.“ Dies könne nur ein geschulter und erfahrener Berater leisten.

Oft sei auch das Muster erkennbar, dass ein Partner zum bedürftigen Kind werde und der andere zum versorgenden Elternteil – oder oft auch zwei hungrige Kinder, deren Bedürfnisse gegenseitig befriedigt werden sollen. Auf die Frage, wie man aus diesen Modellen aussteigen kann, antwortet Horngacher: „Nur wenn ich an die belastenden Schemata herangehe und ihre Entstehungsgeschichte verstehen kann. Ich muss bereit sein, mich in die Tiefe zu begeben und vor allem mit meinem Herzen nachvollziehen können, welche Maschen der Wahrnehmung und des Reagierens ich mir beim Heranwachsen angeeignet habe.“ 

Sukkus sei: Den perfekten Partner gibt es nicht, denn wir sind alle Menschen und als solche nicht vollkommen. Das Paar muss bereit sein, offen miteinander einen gemeinsamen Entwicklungsweg zu gehen. Je früher, desto besser. Auf dem Weg dorthin helfen gerne die österreichischen Beratungsstellen mit ihren Experten in Beziehungsfragen.