Ich bin nicht glücklich

Ich bin nicht zufrieden und glücklich

Mag. (FH) Margit Schmied, Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision und Beraterin in der Familienberatung Rat und Hilfe der Caritas der Diözese St. Pölten erklärt die 5 Säulen der Identität, die die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen bilden. Das sind: Leiblichkeit, Arbeit (Leistung, Freizeit), Materielle Sicherheit, Soziales Netzwerk (Freunde, Familie) und Werte wie Glaube und Spiritualität. Es läuft gut, wenn all diese Säulen gut funktionieren. Die Identitätsentwicklung ist jedoch ein lebenslanger Prozess, der sich auch immer wieder verändert. Zu dieser Veränderung gehören auch Identitätskrisen. Im schlimmsten Fall stellt man in so einer Krise sein ganzes Leben in Frage und schlittert in eine Depression.

„Es gibt aber Lebenssituationen, die prädestiniert sind für ein „Ich stecke fest“. Besonders Pubertierende, junge Menschen nach ihren Ausbildungsabschlüssen oder auch Menschen in der Lebensmitte stellen sich oft die Frage, welche nächsten Schritte sinnvoll sein könnten, was sie jetzt machen oder noch machen wollen.“ Oft fühlt man sich jedoch gerade in dieser Situation nicht im Stande Veränderungen herbeizuführen.

Wenn solche oder ähnliche Gedanken auftauchen rät die Beraterin, vorerst nichts zu überstürzen. „Eine Veränderung braucht immer Raum und Zeit.“ Wenn man etwas Neues beginnen möchte oder den Lebensweg modifiziert, sei es immer wichtig, sich vorerst auch der guten Dinge im Leben zu besinnen – jener Erfolge und Leistungen, die man bereits zu verzeichnen hat. Ängste seien vor allem damit leichter zu überwinden, wenn man sich Situationen vor Augen führt, in denen man etwas gut bewältigt und gemeistert hat.

Um solchen Situation vorzubeugen rät Schmied, sich immer wieder vor Augen zu führen, welche Ziele man noch im Leben hat, oder was man schon immer erreichen wollte, aber bislang noch nicht angepackt hat. „Was hat mir als kleiner Junge/als kleines Mädchen Spaß gemacht? Was ist noch offen für mich? Was würde ich machen, wenn ich nur noch eine begrenzte Lebenszeit hätte?“ Diese und ähnliche Fragen können einen Menschen durchs Leben begleiten und immer wieder vor Augen führen, welche nächsten Schritte man tun könne, um glücklich zu werden oder zu bleiben.

Wer sich überfordert fühlt, lässt sich in einem Unzufriedenheitsprozess am besten von einem Berater oder einer Beraterin in einer der zahlreichen Österreichischen Familienberatungsstellen begleiten.