Junge Frau sitzt verängstigt vor Büchern und einer vollgeschriebenen Schultafel

Hilfe, mein Kind möchte die Schule abbrechen!

In Österreich brechen rund 8% aller SchülerInnen die Schule vorzeitig ab. „Die Folgen sind schlechtere Chancen und Perspektiven am Arbeitsmarkt. Das kann zum Abrutschen in ein Umfeld ohne Ausbildung und Arbeit führen“, weiß Mag. Claudia Hager, Psychologin in der Familienberatung des Landes Salzburg. „Beziehungsabbrüche im Freundeskreis und in der Familie können Kinder ins Abseits und sogar in die Kriminalität treiben.“

Wenn das eigene Kind die Absicht zum Schulabbruch äußert, sei es vor allem wichtig, Ruhe zu bewahren: „Wenig zielführend ist es, den Druck auf das Kind zu erhöhen, Strafen auszuteilen oder gar der Entzug der Zuneigung. Wenn uns als Eltern die Nachricht arg schockiert, ist es besser mit einem Gespräch zu warten, bis wir uns gefasst haben, und Hilfe bei ExpertInnen zu suchen.“ Die BeraterInnen der Familienberatungsstellen bieten in dieser Situation ihre Unterstützung an. „Sprechen Sie mit Ihrem Kind, wie es über die Schule denkt! Wenn es erzählen kann, wie es zu dieser Auffassung gelangt ist, können wir die Hintergründe besser verstehen“, so Mag. Hager.

Die Motive sind vielfältig, so können Versagensängste, Mobbing, eine problematische Schüler-Lehrer-Beziehung oder Leistungsschwächen der Grund sein. Trennungsangst bei schweren Erkrankungen in der Familie oder Konflikten der Eltern, psychische Probleme oder die falsche Auswahl der Schule können weitere Ursachen sein. „Wenn die Interessen des Kindes den Anforderungen der Schule entgegenstehen, kann es keine Freude oder Bestätigung aus dem Schulbesuch beziehen und die Motivation sinkt rapide“, erklärt die Expertin, „Misserfolge drücken auf den Selbstwert. Das Bedürfnis des Kindes, die Schule abzubrechen, kann auch ein Versuch sein, den Selbstwert zu schützen.“

Wenn Ihr Kind sich nicht mehr über die Schule unterhalten möchte, wenn es häufig schlechte Noten hat oder die Schule schwänzt, können dies erste Warnsignale sein. Dann gilt es, hinzusehen und zu fragen: Gibt es etwas das Dich belastet? Gibt es etwas oder jemanden der Dich ärgert, schlägt oder auslacht? „Bei Mobbing in der Schule sollten die Eltern ehestmöglich mit der KlassenlehrerIn sprechen. Ändert sich nichts, ist die nächste Ebene sinnvoll: DirektorIn, BeratungslehrerIn oder schulpsychologische Beratungsstelle“, sagt Mag. Hager abschließend. Schulpsychologische Beratungsstellen betreuen SchülerInnen in dieser schwierigen Situation. Die österreichischen Familienberatungsstellen helfen bei verschiedensten Anliegen, geben Erziehungsberatung und unterstützen auch bei der Hilfe zur Selbsthilfe.

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