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Ultraschallbild von zweieiigen Zwillingen mit Beschriftung.

Hilfe, Mehrlingsschwangerschaft!

Wer geplant und gewollt schwanger ist, hat sich bereits auf eine Schwangerschaft eingestellt und freut sich ob der guten Nachricht. Werden Zwillinge erwartet, stellt sich meist nur die Frage: Wie werde ich/werden wir eines mehr bewältigen?

Wer ungeplant und ungewollt schwanger ist, steht meist unter Schock. Vor allem dann, wenn es gleich mehrere werden. Die erste Frage lautet dann: Will ich/wollen wir das? Kann ich/können wir das? Und wenn ja, wie werde ich/werden wir es schaffen?

Claudia Prudic ist Beraterin in der Frauen- und Familienberatungsstelle im Verein Wendepunkt in Wr. Neustadt und erklärt: „Es gibt oft triftige Gründe, warum man gerade keine Kinder möchte. Im Lebenskonzept einer Frau oder eines Paares müssen Kinder nicht zwingend vorgesehen sein, oder der Zeitpunkt ist sehr oft aufgrund einer noch nicht abgeschlossenen Ausbildung und der damit verbundenen finanziellen schwierigen Lage sehr prekär. In der Beratung steht daher die individuelle Lebenssituation im Mittelpunkt, wo man alle Sorgen, Ängste und Wünsche aussprechen darf, ohne einer Bewertung von außen unterzogen zu werden.“

Entscheidet sich eine Frau oder ein Paar die Kinder zu bekommen, unterstützen die ExpertInnen beim Strukturieren der zu erwartenden Herausforderungen. Welche Hilfe wird benötigt, wer kann diese zur Verfügung stellen? Welche privaten Netzwerke existieren bereits, welche öffentlichen Stellen bieten Unterstützung an? Die Beraterinnen vermitteln relevante Informationen und Kontaktadressen. „Wir möchten den Frauen bzw. den werdenden Eltern das Gefühl geben, dass sie nicht alleine mit ihren Problemen zurechtkommen müssen, dass es Unterstützungsangebote gibt und man auch Hilfe annehmen kann. Am häufigsten thematisiert werden Ängste und Sorgen im Zusammenhang mit Geldnöten und dem oft zu kleinen oder zu teuren Wohnraum“, weiß die Expertin.

„In der Beratung ist es uns wichtig, dass die Frauen bzw. Paare über sämtliche für ihre momentane Lebenssituation relevanten Informationen verfügen und einen Raum vorfinden, wo sie, ohne Rechtfertigung vor anderen, die für sie passende Entscheidung in Ruhe und ohne Druck von außen treffen können“, so Prudic abschließend.

Neben der Beratungsstelle als Drehscheibe für Informationsweitergabe können sich Betroffene auch beim Bundeskanzleramt, Familien und Jugend, bei der Arbeiterkammer, bei den Krankenversicherungsanstalten, in den Hebammenzentren sowie bei der österr. Gesellschaft für Familienplanung informieren.