glückliche Familie mit Köpfen zusammen am Rücken liegend

Gemeinsam stark ins neue Jahr - wie können wir mit unseren Kindern gute Vorsätze einhalten?

Mehr Zeit miteinander verbringen, Gespräche führen, gemeinsame Unternehmungen ... So viel hat sich die Familie vorgenommen und schon wieder nicht eingehalten – oft fehlt es an Motivation und Durchsetzungskraft. Doch wie kann man es als Familie schaffen, etwas zu verändern?

Die Redaktion führte ein Gespräch mit Mag. Beatrice Arhar, Psychologin und Psychotherapeutin am Institut für Familienfragen.

Als ersten Schritt empfiehlt die Expertin: „Am Besten einfach einmal miteinander an einen Tisch setzen und reden.“ Dann überlegt man sich gemeinsam wie die derzeitige Situation ausschaut – ob zum Beispiel die Zeit für den Kleinen knapp ist, weil die Große viel Aufmerksamkeit braucht - und auch welche Wünsche und Möglichkeiten offen sind. Wichtig ist es, auf Ehrlichkeit und Klarheit zu achten. Jeder soll sich einbringen können. Kinder können sagen, was sie ändern würden, hätten sie Zauberkräfte. Auch Jugendliche können kreativ in ihren Ideen sein. Das Ganze soll Spaß machen.

Wenn die großen Themen feststehen, ist es wichtig, Vorsätze möglichst konkret (wer, was, wann, wie) zu formulieren. Sei es ein monatliches Fußballspiel mit dem Sohn, wöchentlicher Sport mit der Ehefrau oder ein regelmäßiger Kinobesuch mit der Tochter. „Bei Vorsätzen, die mehrere Familienmitglieder betreffen ist es sehr sinnvoll, gemeinsam einen Plan zu er-stellen.“, betont Mag. Arhar. So hat jeder die Möglichkeit sich einzubringen und nichts fällt unter den Tisch. Wichtig ist es, sich nicht zu viel vorzunehmen, sich zu überlegen, in welcher Zeit man das realistisch schaffen kann und die Vorsätze in kleinen Schritten umzusetzen. Damit der Kinobesuch nicht schon bald zur Pflicht wird, sondern Spaß macht.

„Hier hilft es, die Vorsätze positiv zu formulieren (mit der Ehefrau mehr Sport machen, statt nicht so faul sein) um dem Gehirn eine attraktive Alternative zu bieten.“, erklärt die Psychologin. Mögliche Hürden sollten gleich am Anfang aufgelistet werden, um hier den Wind aus den Segeln zu nehmen und vorbereitet zu sein. Schließlich kann es im Büro schon einmal länger dauern und dann geht sich der Sport-Mittwoch doch nicht mehr aus. Stattdessen könnte man sich eine Wanderung mit den Kindern am Wochenende überlegen. Sich die Vorteile bildlich vor Augen zu führen, zum Beispiel in Form einer gut sichtbar aufgehängten Liste, oder mit vielen Menschen darüber zu reden stärkt den gemeinsamen Entschluss. Außerdem ist es hilfreich der Familie zu sagen, wie man motiviert werden möchte – denn so mancher Zuspruch kann schnell ungewollt ins Gegenteil kippen. Wichtig ist es auch flexibel zu bleiben und sich gegenseitig gelegentlich zu belohnen. Vielleicht ein entspannendes Bad nach dem gemeinsamen Sport?

Vorsätze können eigentlich immer gefasst werden. Und manchmal ist ein anderer Zeitpunkt sogar sinnvoller. „Mehr Zeit für die Familie aufzubringen gelingt besser zu einem Termin, wo normalerweise weniger beruflicher Stress besteht.“, so Mag. Beatrice Arhar.

Wichtig ist es also, die Vorsätze gemeinsam ausführlich zu besprechen und zu planen, damit man es sich nicht unnötig schwieriger macht. Daher empfiehlt die Expertin am Institut für Familienfragen: „Vorsätze führen generell meist zu Veränderungen gewohnter Routinen. Rechnen Sie damit, dass anfangs mehr oder weniger Chaos herrschen wird, bevor eine Neuordnung rund läuft. Geben Sie nicht gleich auf!“