Träumendes Pärchen

Getrennt und wiedervereint – eine gute Idee?

Immer wieder kommt es in Paarbeziehungen vor, dass man nach bereits vollzogener Trennung nach einer bestimmten Zeitspanne wieder zueinander findet und der Liebe eine neue Chance gibt. Das kann vielerlei Gründe und Auslöser haben. In der Tullner Beratungsstelle Hebebühne www.hebebuehne.at hat Magistra Doris Senfter, Klinische- und Gesundheitspsychologin, schon des öfteren Fälle dieser Art erlebt: „Eine Beziehung ist immer in Bewegung – es gibt die unterschiedlichsten Phasen, die aber zwischen den Partnern nicht unbedingt parallel ablaufen müssen. Oftmals führt der Trennungsprozess dazu, dass reflektierte Paare ausführlicher miteinander kommunizieren als sonst. Die Krise wird sozusagen als Chance genutzt.“ Das könne soweit gehen, dass Gefühle entstehen, die bereits verschüttet waren. Die Vertrautheit sei ja nach wie vor da, oft gäbe es noch immer gemeinsame Ziele und die Gründe, warum es nicht funktioniert hat, würden besprochen und aufgearbeitet werden. „Über die Gespräche wird oft erst aufgedeckt, was in der Beziehung nicht funktioniert hat.“ Die Expertin empfiehlt in solchen Fällen, die möglichen positiven und negativen Aspekte einer potentiellen Wiedervereinigung genau abzuwägen. Wichtig sei es auch, den Partner in die Überlegungen miteinzubeziehen und einem eventuellen Wiedergewinnungs-Kampf nicht einfach nachzugeben.

„Oftmals sind es auch pragmatische Gründe, die dazu führen können, dass man wieder zusammenkommt. Etwa der gemeinsame Wohnort oder ein besserer Lebensstandard“, weiß Senfter. Hier müsse man ausprobieren, wie es läuft aber nicht davon ausgehen, dass sich Menschen wirklich ändern, sondern dass es maximal zu einer Verbesserung in den Verhaltensweisen kommen kann. „Es soll eine bewusste Entscheidung sein. Man sollte sich gut überlegen, was man will und über sich selbst und die Beziehung nachdenken, sowie über die Folgen was passieren könnte, wenn man sich auf einen neuen Versuch einlässt.“

Sollten Kinder miteinbezogen sein, muss jeder Schritt und die daraus entstehenden möglichen Konsequenzen umso genauer überlegt werden. Bei all diesen Fragestellungen bieten die österreichischen Familienberatungsstellen Hilfe an.