Oma schneidet mit Enkelin Karotten

Gesunde Ernährung kann Spaß machen!

Bei vielen Familien sind gesunde Lebensmittel ein wesentlicher Bestandteil ihrer Mahlzeiten. Andere kämpfen immer wieder mit dem guten Vorsatz sich bewusster zu ernähren, was dann an diversen Unvereinbarkeiten scheitert.

Das Hilfswerk NÖ bietet heuer unter dem Jahresschwerpunkt „Gesund und Fit“ eine Reihe von Veranstaltungen und Informationsmöglichkeiten an, wie man gemeinsam schrittweise eine gesündere Lebensweise erzielen kann. „Schrittweise ist hier schon ein wichtiges Stichwort,“ weiß Mag. Barbara Langheiter, Fachaufsicht der Kinderbetreuungseinrichtungen des Hilfswerks NÖ. „Die Idee ,Ab jetzt ernähren wir uns gesund’ wird vermutlich nur auf Widerstand stoßen.“ Umstellungen dürfen nie radikal passieren – sonst ist die Energie schnell verpufft. Der Tipp der Klinischen- und Gesundheitspsychologin: „Nehmen Sie sich ein bis drei Dinge pro Monat vor, die sie verändern. Das könnte weniger Zucker sein oder auch mehr selbst gepresste Säfte statt fertiger Dicksäfte zu trinken.“ Ein Tipp ist auch, den Kindern Rohkost mit einem schmackhaften Dip als Snack anzubieten „Da essen sie dann oft nebenbei und lernen, wie gut das eigentlich schmecken kann.“

Auch die Vorbildwirkung der Eltern ein Thema: Wenn Papa zu Mittag nach einem Schnitzel verlangt und Mama gerne zur Wurstsemmel greift, werden auch die lieben Nachkommen keinen Sinn darin sehen, zu Gemüse- und Salatfanatikern zu werden … Doch auch die Gusti nach etwas Ungesünderem sollten nicht ausschließlich in Verbote münden. „Auch hier ist radikal falsch. Kanalisieren Sie und führen Sie beispielsweise ein wöchentliches Ritual ein, bei dem jeder Schokolade nach Herzenslust essen, oder sich ein bestimmtes Abendessen nach seinem Geschmack wünschen darf.“

Ein besonderes Anliegen sind Barbara Langheiter die gemeinsamen Mahlzeiten, die aufgrund von Zeitmangel in vielen Familien vernachlässigt werden: „Decken Sie den Tisch gemeinsam, versuchen Sie, die Kinder bei der Zubereitung mit einzubeziehen und essen Sie dann ungestört und in Ruhe.“ So sei es auch leichter möglich, gesündere Lebensmittel auf den Tisch zu bringen. Wenn Gemüse so ganz und gar nicht den Geschmacksknospen der Sprösslinge entspricht, rät Barbara Langheiter zu verstecktem Gemüse: „In Form von Pürees, im Faschierten oder auch im Spaghetti-Sugo lässt sich Gemüse wunderbar verpacken.“ Kinder dürfen auch niemals gezwungen werden: Sie sollten probieren, und wenn’s nicht schmeckt, müssen eben die Beilagen gegessen werden. Doch mit ein bisschen gutem Willen, positiven Vorbildern und gemeinsamer Zeit, in der man sich dem Thema widmet, sollte gesunde Ernährung im Alltag möglich werden. Unter dem Menüpunkt „Veranstaltungen“ finden Sie auf unserer Webpage den Hinweis auf die Fachtagung „Stark in die Zukunft. Richtig essen und bewegen mit Kindern“, die das Hilfswerk NÖ im März in St. Pölten veranstaltet.

Buchtipp:
Bert, der Gemüsekobold oder warum man gesunde Sachen essen soll. Autoren: Susanne Szesny, Julia Volmert