Freund mit Drogen

Freund/in nimmt Drogen, wie kann ich helfen?

Meistens gibt es kaum eindeutige Zeichen, die auf einen Drogenkonsum hinweisen. Jede Veränderung oder untypisches Verhalten kann ein Indiz sein, dass der Freund oder die Freundin Suchtmittel nimmt. Um sich darüber Gewissheit zu verschaffen, hilft am besten ein Gespräch. Doch die meisten wissen, dass der Konsum schlecht für sie ist. Aus diesem Grund versuchen sie oft, ihren Weg in die Abhängigkeit zu verbergen. Hinweise dafür könnten sein, dass der Betroffene auffallend stark riecht um seinen Alkoholduft zu übertünchen oder im Sommer, bei hohen Temperaturen nicht mit kurzen Ärmeln herumläuft, um die Einstichspuren zu verdecken.

„Der erste und oft hilfreichste Schritt ist, seiner Freundin oder seinem Freund zu sagen, dass man sich Sorgen um sie oder ihn macht,“ erklärt Mag. Christof Zedrosser, vom Suchthilfeverein Dialog (www.dialog-on.at). „Natürlich gilt es für Erwachsene oder Fachleute herauszufinden, ob regelmäßig Drogen konsumiert werden. Wichtig ist es, ein Mittelmaß zu finden – nicht zu dramatisieren, aber auch nicht zu verharmlosen. Einmal Alkohol oder Cannabis zu probieren, bedeutet nicht gleich davon abhängig zu werden“. Doch gerade im Zuge der Diskussionen über die Legalisierung von Cannabis, darf nicht außer acht gelassen werden, dass diese Droge im exzessiven Dauerkonsum für Jugendliche negativen Einfluss auf die Gehirnentwicklung haben.

Unbedingt vermieden werden sollte, die betreffende Person zu sehr zu bedrängen oder ihr dabei helfen zu wollen, einen Entzug ohne professionelle Begleitung zu machen. In einer Beratungsstelle können Betroffene, Angehörige oder auch Freunde Rat holen. Eine Möglichkeit seiner/m FreundIn zu helfen wäre, so eine Stelle selbst aufsuchen und sie/ihn dann vielleicht dadurch zu animieren, auch hinzugehen – man kann auch anbieten, als Begleitperson mitzukommen. Zedrosser: „Eine Möglichkeit wäre, dem Freund vorzuschlagen, eine Pause von den Suchtmitteln einzulegen. Fällt das sehr schwer, dann könnte man anregen, eventuell doch mit Fachleuten darüber zu reden. “

Je jünger die Person ist, die Drogen konsumiert, desto eher sollten die Eltern oder Erwachsene mit einbezogen werden. „Für den Freund ist es zur eigenen Entlastung wichtig, das Drogenproblem der/des Freundin/es nicht alleine mit sich herumzutragen“, rät Zedrosser, „auf keinen Fall sollte die Verantwortung für die/den KonsumentIn übernommen werden.“

Das schwierigste für Freunde ist es, die Ohnmacht, die sie dabei fühlen, auszuhalten. Solange der Süchtige nicht von sich aus etwas verbessern will ist man machtlos. Auch dafür stehen die Türen der Beratungsstellen offen. „Leider gibt es kein Patentrezept, das für alle passt. Gerade hier ist ein individueller Lösungsansatz am zielführendsten“, meint der Experte.

In vielen Fällen kommen die Probleme aus anderen Bereichen, die einen dazu veranlassen können, Drogen zu nehmen. Durch Drogenkonsum werden die Probleme aber leider nicht kleiner, sondern eher größer.