Laptop mit Herzen

Fernbeziehungen: Ende

Eine Fernbeziehung ist eine besondere Art der Beziehung. Wenn man sich nicht oft sieht, kann es schwierig sein zu verstehen, was man nun wirklich für den Partner fühlt. Schließlich richten sich Gefühle der Partner in einer Fernbeziehung nach einem mehr oder weniger fixen Schema: Vorfreude, Gefühlsachterbahn beim Treffen und Traurigkeit und Enttäuschung nach dem Zusammensein. Oft hat man das Gefühl, aus dieser Gefühlsachterbahn aussteigen zu müssen, bevor man hinausfällt. Andererseits möchte man den Partner nicht verlieren. Wann sollte man eine Fernbeziehung beenden? Wie geht man vor? Antworten auf diese Fragen sucht Gertrud Schmutzer, Mitarbeiterin und Beraterin des Vereins Fibel Wien

Eines der häufigsten Pobleme in einer Fernbeziehung ist die sehr langsam- oder gar nicht vorhandene Vertrauensbasis. Ist die Entfremdung spürbar und ertappt man sich dabei die Beziehung nur noch als Belastung zu empfinden, ist es vielleicht ratsam, einen Schlussstrich zu ziehen. Wenn man sich nur noch schwer verständigen kann und die meisten Treffen in Streit enden, sollte man sich überlegen, ob die Beziehung die viele Mühe wert ist. Vor allem sollte man auf sein Bauchgefühl hören. Wenn man sich in dieser Beziehung nicht wohl  fühlt, und das sich nach einigen Treffen nicht ändert, sollte man sich fragen: „Will ich das? Wäre ich vielleicht glücklicher ohne ihn/sie?“. Doch wenn man denkt: „wir sehen uns nicht so oft, aber ich bin glücklich“, gibt es keinen Gund, die Beziehung zu beenden. 

Ist die Entscheidung  gefällt, und will man die Beziehung beenden, taucht ein neue Schwierigkeit auf: nämlich wie gehe ich vor wenn der Partner hunderte von Kilometern weit weg wohnt? Bin ich verpflichtet, den ganzen langen Weg auf mich zu nehmen, nur um ihm/ihr die Hiobsbotschaft zu überreichen? Oder darf ich das am Telefon regeln? Oder gar nur eine E-mail verfassen? 

„Kommt ganz darauf an“ so Gertrud Schmutzer, „wenn die Beziehung vorher sehr intensiv war, ist man es dem Partner schuldig, ihn live zu sehen um darüber zu sprechen“. Denn am besten ist eine einvernehmliche Entscheidung zur Trennung, deren Begründung letztlich von beiden Partnern angenommen werden kann. Bei aller Erklärungsmühe kann es jedoch passieren, dass der verlassene Partner die Trennung nicht akzeptieren will und noch wochenlang Liebesbriefe oder Blumen nachschickt. In solch einem Fall sollte man sich radikal entziehen, so Schmutzer. Reagiert man auf verzweifelte Annäherungsversuche, kann es unter Umständen in Stalking enden. Hier unterscheidet sich das Ende einer Fernbeziehung kaum von dem einer Alltagsbeziehung. Lediglich kann das Ende einer Fernbeziehung endgültiger erscheinen. Denn die Wahrscheinlichkeit, sich danach jemals wieder auf der Straße zu begegnen, ist deutlich geringer bis nicht vorhanden.