Kinder vor Zelt am Lagerfeuer

Hilfe, unsere Kinder haben Ferien!

Die Sommerferien können für berufstätige Eltern eine große Herausforderung darstellen. Wohin mit den Kindern, wenn man niemanden im privaten Umfeld hat, der die Betreuung übernehmen kann?

Wenn es um die Frage geht, wie Kinder in den Sommerferien bestmöglich betreut werden können, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Andreas Loinig, Leiter der Ferienaktion bei den Kinderfreunden Steiermark, kennt die Not vieler Eltern. Er organisiert Jahr für Jahr Sommercamps innerhalb Österreichs oder ins europäische Ausland, an denen 1.500 steirische Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren teilnehmen. Eltern von Kindern im Vorschulalter haben es am schwierigsten. Loinig: „Es gibt zwar für eine gewisse Zeit in den größeren Ballungszentren Sammelkindergärten, aber es bleiben immer ein paar Wochen, in denen alles geschlossen ist. Und dann haben Eltern keine Alternativen, außer sie können privat etwas organisieren.“ Loinigs Erfahrung nach kann die so genannte Nachbarschaftshilfe gut funktionieren, oder man organisiert private Kindergruppen, die die Eltern wechselweise betreuen. Denn einen Babysitter für diese Zeit können sich die meisten Eltern nicht leisten.

Ab der Volksschule kann man dann allerdings zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen. Die Kinderfreunde etwa organisieren landesweit Feriencamps, die ein bis drei Wochen Sport-, Freizeit- und Kreativprogramm bieten. „Auf unsere rund 1.500 Kinder kommen dabei 250 pädagogisch geschulte Betreuer, die von uns noch eine zusätzliche Ausbildung erhalten.“, erzählt Loinig. Der Preis dafür liege je nach Ziel zwischen 260 Euro für eine Woche und 499 Euro für zwei Wochen. Die meisten Kinder, die an einem solchen Ferienprogramm teilnehmen sind zwischen 9 und 12 Jahren alt – aber sogar Vierjährige hat Andreas Loinig schon zum Wörthersee mitgenommen … Neben den allgemeinen Camps bieten die Kinderfreunde auch noch Spezialcamps an, wie etwa Lernferien für Nachzipfler, oder auch Gewichtreduktionscamps, Reiterferien und vieles mehr. Wer hier nicht fündig wird, kann beispielsweise in der Steiermark noch auf 30 weitere Anbieter von Kinderferien dieser Art zurückgreifen.

In jedem Bundesland gibt es Anbieter, die Feriengruppen der unterschiedlichsten Art organisieren. In Wien etwa haben die Kinderfreunde Reitkurse, Sportkurse und weitere Themencamps im Programm – außerdem wird auch temporäre Kindergarten-Betreuung angeboten. In Oberösterreich gibt es jede Menge Programm für 9 bis 12jährige: Inline-Skaten, Jazz, Action-Spiele, alles begleitet von ausgebildeten Pädagogen. In Wels und Mondsee lockt das sogenannte Talentolino Ferialprogramm des Oberösterreichischen Familienbundes, wo 5-14-jährige aus 25 Wochenkursen mit Kochen, Kunst etc, auswählen können. Weiters sei hier noch die Caritas Graz-Seckau erwähnt, die „Ferien mit Freunden“ anbietet. Es werden verschiedene Urlaubsziele angefahren, das Motto lautet: Spaß haben, kreativ sein und einfach eine schöne Zeit verbringen.

Laut Loinig schicken so mache Eltern ihre Kinder sogar zwei mal drei Wochen auf Ferienlager, da sie keine andere Möglichkeit haben, die Kinder betreuen zu lassen. „Mit Heimweh haben wir allerdings kaum ein Problem – nur rund fünf Kinder fahren jährlich deswegen nach Hause.“ Dafür, wie man vorbeugen kann, hat Loinig ein paar Tipps für Eltern parat: „Das Kind oder der Jugendliche muss freiwillig mitkommen und sich das Thema selbst aussuchen dürfen. Nur weil die Mutter reitet, sollte die Tochter nicht auf ein Reitcamp geschickt werden.“ Sinnvoll sei es auch, den Kindern vertraute Dinge von zu Hause mitzugeben und Ihnen zu versichern, dass sie jederzeit zurück können, wenn es Ihnen nicht gut geht – natürlich nur dann, wenn dies auch wirklich möglich ist … Manche Reiseziele könnte man sogar mit den Kindern vorher besichtigen. „Aber das Problem sind oft die Eltern selbst, für die der Trennungsschmerz manchmal größer ist, als für ihre Kinder.“

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