Zwei Kinder sitzen mit dem Rücken abgewandt  nebeneinander beide starren in ihre Handys.

Erziehung in der neuen Multimedial-Welt

Smartphones, Tablets, Computer und neue Spielekonsolen überfluten den Markt. Damit sind wir und unsere Kinder auch immer mehr einer ständigen Reizüberflutung und Dauerkommunikation ausgesetzt. Welche Risiken/Gefahren gehen wirklich von den neuen technischen Errungenschaften aus und wie soll man als Elternteil damit umgehen?           

Diese und weitere Fragen beantwortet uns Dr.in Michaela Puhr, von der Familienberatung des Amtes der burgenländischen Langesregierung. „Ein erster Schritt ist, diese neuen Kommunikationsmöglichkeiten nicht zu verteufeln, sie gehören mittlerweile zu unserem Alltag. Besser ist es, das Gespräch mit dem Kind zu suchen und es zu informieren beziehungsweise über bestehende Risiken aufzuklären“.

Eine der am häufigsten gestellten Fragen seitens Eltern ist definitiv die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Einstieg in die mobile Kommunikationswelt.

„Einen genauen Zeitpunkt für die Anschaffung eines Handys kann man dabei nicht verallgemeinern. Eine Richtlinie wäre zum Beispiel der Übergang von der Volkschule in die nächste Bildungsstufe. Grundsätzlich signalisieren Kinder aber selbst, wann sie bereit für ein Handy sind. Auch hier gilt wieder die goldene Regel: Nicht im Vorhinein ablehnen, sondern besser genau nachfragen und darüber reden. Aus Fragen wie: „Warum möchtest du so etwas haben und wozu genau brauchst du dieses Gerät?“, kann man sehr gut herausfiltern, was die wirklichen Gründe und Motivationen für den Wunsch des Kindes sind.“

„Wenn man sich gemeinsam für die Anschaffung eines Gerätes entschließt, sollte man mit dem Kind zusammen einen finanziellen Plan aufstellen und dabei Grenzen setzen. Dabei könnte es sich um einen bestimmten Tarif handeln, oder bei der Aufteilung der Kosten“, empfiehlt Dr.in Michaela Puhr.

Um einen genaueren Überblick der Aktivitäten des Kindes im World Wide Web zu bekommen ist es besser, auf einer interessierten und freundschaftlichen Basis zu handeln, als zu kontrollieren. Man kann den Nachwuchs dabei als “Experte“ beziehungsweise “Lehrer“ agieren lassen. 

Auch der richtige Zeitraum für die Nutzung der neuen Medien ist variabel. „Mehr als 1-2 Stunden sind aber allgemein nicht zu empfehlen, besonders sollten Eltern darauf achten, dass Kinder eher in den Nachmittagsstunden „online“ sind, als bis spät in die Nacht hinein, da das nächtliche Surfen oder Computerspielen zu Übermüdung und Konzentrationsproblemen in der Schule führen kann. Auf solche Symptome sollten Eltern aber eher mit Kompromissen als Verboten reagieren.“, rät Dr.in Michaela Puhr.

Laut unserer Expertin gehört zu den häufigsten Ängsten die soziale Verarmung. Dieser sollte man mit aktiven Taten entgegenwirken. Am besten motivieren kann man seine Kinder zum Beispiel mit Unternehmungen mit den Freunden, ein Kinobesuch oder ein Ausflug. 

„Grundsätzlich ist nichts gegen die neuen Medien und Errungenschaften der Technik einzuwenden, wir und unsere Kinder müssen nur erst lernen, mit diesen vernünftig umzugehen.“, resümiert Dr.in Michaela Puhr.