Mann küsst Frau auf die Stirn

Emotionale Abhängigkeit in Paarbeziehungen – Wie komme ich da heraus?

Manche Beziehungen sind von einem Machtgefälle geprägt, das zu einer gefühlten Abhängigkeit des einen vom anderen führen kann. Dabei seien es oft Frauen, die ihre Befindlichkeiten von jenen des Partners/der Partnerin abhängig machen. 

Bettina Zehetner, Beraterin beim Verein Frauen* beraten Frauen*, hat sich mit diesem Thema beschäftigt und ist auch in Beratungsgesprächen häufig damit konfrontiert: „Man muss zuallererst erkennen, dass man nicht wirklich abhängig ist. Dass es immer einen Ausweg gibt.“

Zu Anfang sei eine Beziehung oftmals davon geprägt, dass eine/r dem/der anderen alle Wünsche erfüllt und alles macht, was er/sie sagt. „Dieses Beziehungsmuster festigt sich dann und lässt sich später schwer ändern. Eher im Gegenteil, dieses Verhalten wird dann sogar eingefordert und damit legitimiert, dass Liebe doch so funktioniere“, weiß Zehetner.

Oftmals wird in den Beratungen erzählt, dass manche Partner/innen die Fähigkeit haben dem/der anderen das Gefühl zu vermitteln, dass man auf sich allein gestellt verloren wäre und nichts schaffen würde. Das kann so weit gehen, dass die Zweierbeziehung idealisiert und über alles andere gestellt wird.

Da beim Verein Frauen*beraten Frauen* viele Frauen nach Beratung suchen, berichtet Bettina Zehetner vermehrt aus der weiblichen Perspektive. Nach ihrer Erfahrung dürfen Frauen, die zu diesem Thema die Beratungsstelle aufsuchen, sich oft nicht mehr mit Freund/innen treffen, müssen Handynachrichten zeigen und haben dadurch keinerlei Außenperspektive.

„Häufig sind es aber die Frauen selbst, die sich in der sogenannten Hoffnungskrankheit nach der idealen Beziehung verlieren und sich dadurch abhängig fühlen“, so die Beraterin. Oder es könne auch schlichtweg aus Angst - z.B. vor Verlust des Partners/der Partnerin oder vor Liebesentzug - sein.

Wichtig sei es laut Zehetner, sich keinesfalls in einer Beziehung zu isolieren. Eigene Hobbys und Erlebnisse, sowie der Austausch mit anderen sei notwendig, um nicht in eine emotionale Abhängigkeit zu schlittern. Zahlreiche Beraterinnen und Berater stehen Ihnen bei den österreichischen Familienberatungsstellen zur Verfügung, um mit Ihnen gemeinsam dieses Thema zu reflektieren. Machen Sie sich kostenfrei einen Termin aus.