Elterntypen

Eltern stellen sich oft die Frage, was eine gute Elternschaft ausmacht. Wie ist man eine gute Mutter und wie ein guter Vater? Brauchen Kinder in verschiedenem Alter unterschiedliche Eltern-Typen? Gelten dieselben Regeln für alle Kinder? Unterstützung bei der Beantwortung dieser Fragen bietet Dipl. Sozialarbeiterin Kornelia Haindl, Coach, Trainerin, Sozial- und Lebensberaterin, Regionalbüro der Kinderfreunde Mühlviertel.

 

Die Elternrolle kann ganz verschieden gelebt werden. Es gibt die machtorientierten Eltern, die die Beziehung zu ihrem Kind auf dem Motto „mein Wort gilt“ aufbauen. Es gibt die passiven, die die Kinder gewähren lassen, es gibt auch die überbemühten, die ständig Sorge tragen, alles richtig zu machen. Darüber hinaus gibt es die überforderten und auch den Kumpel-Typ. 

 

Der letztere ist zunehmend in den Medien zu sehen. Aber was wollen und erwarten Kinder wirklich von den Eltern? Und vor allem: welcher Erziehungs-Typ ist am besten für ihre Entwicklung?

 

„Auf jeden Fall ist es essenziell, eine klare Erziehungslinie zu verfolgen, denn diese sorgt für Orientierung und Klarheit bei den Kindern.“ Autorität demonstrieren um im nächsten Augenblick den Kumpel zu spielen, ist keinesfalls zu empfehlen. Das sorgt höchstens für Verwirrung. 

 

Außerdem ist es ratsam, viel mit dem Kind zu sprechen um so ein Gefühl für seine Bedürfnisse zu gewinnen. Jedes Kind ist anders, deshalb variieren auch die Bedürfnisse je nach Alter aber auch Charakter und Temperament. Manche Kinder sind selbständig und brauchen die Eltern lediglich um ihre Entscheidungen kurz zu besprechen. Andere fordern regelrecht eine beraterische, orientierungsgebende Position von den Eltern. 

Der zu empfehlende konstruktiv wohlwollende Erziehungsstil kennzeichnet sich durch das klare Interesse an den Bedürfnissen und den Sichtweisen des Kindes. Das heißt, statt zu sagen: „Es ist so und keine Diskussion“ sollte man lieber sagen: „Es ist so und ich kann Dir auch erklären warum“. 

 

Bedingt durch die Rahmenbedingungen unserer Gesellschaft (Teilzeitarbeit für Mütter, oft auch eingeschränkte Wahlmöglichkeiten für Väter, Rollenerwartungen und Klischees) verbringen meist Mütter mehr soziale Gemeinschaftszeit mit den Kindern. Oft fällt es dem Elternteil, der das größere Näheverhältnis zum Kind hat schwerer, dem Kind die nötige Freiheit für wichtige selbstständige Entwicklungsschritte zu lassen.

In solchen Situationen ist der Blick auf das aktuelle Geschehen und die Abstimmung und Reflexion mit dem anderen Elternteil/meist der Vater eine hilfreiche Ergänzung.

Nähe und Distanz und die daraus resultierenden Entscheidungen fördern das Kind am besten.

 

Im Elternalltag ist es wichtig, quasi immer wieder einen Servicestopp zu machen, sich abzustimmen und eine klare Linie in der Erziehung zu gestalten. Kinder, die sich gut orientieren können, können auch ihr eigenes Potential weiterentwickeln und sich gut entfalten.

 

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