Geld unter Lupe

Einkommensunterschiede in der Partnerschaft

Nicht immer verdient in einer Partnerschaft jeder annähernd gleich viel. „Es sind leider aufgrund der Lohnschere immer noch die Frauen, die oft wesentlich weniger Erwerbseinkommen haben als ihre Männer“, so Miriam Vecsei, Familienberaterin bei der Caritas Wien und beim Wiener Familienbund. Bei ihren Beratungsgesprächen würde das Thema vor allem dann zum Vorschein kommen, wenn es zu Problemen in der Partnerschaft kommt und eine Trennung existenziell unmöglich zu sein scheint: „Frauen, die womöglich gar kein oder ein nur sehr geringes Einkommen haben fühlen sich oft ohnmächtig und in einer Falle – vor allem, wenn sie schon etwas älter sind und ihre Chancen auf einen gut bezahlten Job als gering einschätzen.“

Für ein harmonisches Miteinander und Verständnis für die Situation des anderen sei es wichtig, die Leistung und den Alltag des anderen so gut wie möglich kennenzulernen. „Männer unterschätzen häufig die Leistungen der Frauen, die vielleicht weniger zum Haushaltseinkommen beitragen, aber dafür nach wie vor oftmals primär für Haushalt und Kindererziehung zuständig sind“, so Vecsei. Viele Frauen berichten auch, dass der sogenannte Mental Load, also die vielen kleine Dinge des Alltags, an die man denken und um die man sich kümmern muss, sehr anstrengend und belastend sein können..

Aber auch Männer können sich ungerecht behandelt fühlen, wenn diese in ihrem Beruf sehr viel arbeiten, ihrer Ansicht nach die Frau dies in geringerem Maße tut und somit gefühlt „wenig beiträgt“. Hier gilt es mit dem Partner/ der Partnerin im Gespräch zu bleiben und gemeinsam ein Modell zu erarbeiten, das beide Lebenswelten in einem gemeinsamen Alltag miteinander vereint.

Eine Möglichkeit, für etwas mehr objektivierbare Gerechtigkeit zu sorgen, wäre etwa die Fixkosten der Familie zu berechnen und anteilig nach Einkommenshöhe zu teilen. Eine weitere Möglichkeit wäre die unbezahlte Care-Arbeit, also die Hausarbeit und Kindererziehung, in Zahlen zu erfassen. Dabei könnte man die Kosten für Haushaltshilfen oder Kinderbetreuung aufschlüsseln und den erbrachten Stunden des Partners/ der Partnerin gegenüberstellen. Dies kann für mehr Klarheit und Sensibilität gegenüber den unbezahlten Leistungen in Haushalt und Familie sorgen.

Falls Sie Hilfe zu diesem Thema suchen und sich professionell beraten lassen möchten – Sie sind in einer der österreichischen Familienberatungsstellen bestens und kostenfrei aufgehoben.