verschneite Landschaft: Familie, Vater zieht Schlitten

„Ein zerstreutes Fest“

Zuerst das Weihnachtsfest bei Mama, dann bei Papa, Oma und Opa und auch die anderen Verwandten wollen nicht vergessen werden. Vor allem für Kinder in Patchwork-Familien bedeutet dies manchmal Stress, da sie es allen Recht machen wollen und von einem Fest zum anderen hetzen. Wie kann man dies vermeiden?

Hierbei ist zu unterscheiden welches Alter die Kinder haben bzw. ob sich die beiden Elternteile frisch getrennt haben. Frau Magister Susanne Savel-Damm, Referatsleiterin der Partner- und Familienberatung der Erzdiozöse Salzburg: „Ist die Trennung schon einige Zeit her und gibt es eine gute Gesprächsbasis zwischen den Partnern und dem Kind und klar definierte Regeln,  so kann auf diese auch zu Weihnachten zurückgegriffen werden. Im Mittelpunkt stehen definitiv die Bedürfnisse des Kindes und ein friedliches Weihnachtsfest.“ Keinesfalls sollte gezwungenermaßen miteinander gefeiert werden, nur dem Kind zu liebe. Dies wäre kontraproduktiv, denn dadurch könnten Hoffnungen geweckt werden, die nicht der Realität entsprechen. „Die Feier sollte die tatsächliche Situation widerspiegeln und keine gekünstelte Atmosphäre geschaffen werden."

Wer schenkt was?

Ein weiterer Punkt, der vorab geklärt werden sollte ist, wer das Kind beschenkt und bei wem gefeiert wird. „ Hier ist oft weniger mehr. Weihnachtstourismus, d.h. das hin und her zwischen verschiedenen Familienweihnachtsfeiern, bedeutet unnötigen Stress für das Kind und für die Erziehungsberechtigten“, so Savel-Damm. Hier erfordern individiuelle Familiensituationen individuelle Lösungen.

Neue Lebens(abschnitts)partner – was nun?

Gibt es einen Lebensabschnittspartner, eine neue Partnerin, so sollte der ehemalige Partner diesen respektieren. „Es  sollte keine Konkurrenzsituation entstehen, denn auch neue Partner möchten oft das Beste für das Kind. Ein gutes Gesprächsklima und gegenseitige Wertschätzung erleichtern die Situation. Trotzdem gilt es vorab Kompetenzen zu klären. Gibt es keinen Konsens, weil die Trennung noch zu frisch ist oder das Gespräch nur auf emotionaler Basis geführt wird, so ist es sinnvoll, eine Beratungsstelle aufzusuchen und mit Hilfe einer Familienberaterin/eines Familienberaters die Situation zu klären.“, sagt Savel-Damm.

Für Kinder ist es wichtig zu wissen, wo ihr Platz ist.  Ein offenes und positives Gesprächsklima hilft ihnen, keine Parallelwelt aufzubauen, in der sie Dinge gegenüber der Mutter oder dem Vater verschweigen, aus Angst diese zu verletzen. Kinder haben den Wunsch nach Anerkennung, angenommen und geliebt zu werden. Eltern sollten darauf achten, dass positive Rituale, die auch in der Kernfamilie erlebt wurden, nun auch auf die neue Situation umgesetzt werden, wenn dies möglich ist; z.B. die Adventzeit so zu gestalten wie es das Kind gewohnt ist und es sich wohlfühlt. Grundsätzlich gilt es, für das Kind eine wachstums- und entwicklungsfördernde Atmosphäre zu schaffen.

Kinder und Jugendliche tendieren teilweise dazu, es allen recht machen zu wollen. Erwachsene sollten darauf achten, ob das Kind z.B. bereit ist mit dem neuem Lebensabschnittspartner zu feiern oder nicht. Auf keinen Fall sollte etwas erzwungen werden. Bei Jugendlichen gestaltet sich die Situation anders als bei Kindern. Sie sollten sehr stark in die Entwicklungs- und Gestaltungsprozesse miteinbezogen werden, z.B. bei welchem Elternteil verbringen sie den Heiligen Abend oder die Winterferien.

Im Mittelpunkt sollte immer das Wohlergehen des Kindes bzw. des/der Jugendlichen stehen, nur so können diese lernen, mit der Trennungssituation umzugehen.