Mutter & Tochter

Eifersucht zwischen Mutter und Tochter

Avelina Martinez-Löffler ist Familien-, Erziehungs- u. Dipl. Lebensberaterin im Beratungszentrum Tirol. Sie hat sehr häufig in Beratungsgesprächen mit Eifersucht zu tun, die zwischen Müttern und ihren Töchtern auftritt: „Dieses Gefühl hat unterschiedliche Aspekte. Zuallererst muss man versuchen, bei sich zu bleiben, selbstreflexiv zu sein und den Grund dafür erkennen.“ Wenn es einem selbst nicht gut geht oder es in der Partner-Beziehung kriselt, finde häufig eine negative Übertragung seitens der Mutter auf die Tochter statt.

„Eifersucht kann etwa dadurch entstehen, dass der Vater sich vermehrt der Tochter zuwendet und die Mutter ihren Platz in der Beziehung gefährdet sieht“, so Martinez-Löffler.

Auch wenn die Tochter beispielsweise ein bauchfreies Top trägt, das man selbst nicht mehr tragen könne, könnten unangenehme Gefühle auftreten. „Das ist menschlich und normal. Im besten Fall spricht man es an.“ Dies sei auf eine sehr wertschätzende Art und Weise möglich, wie in etwa: „Dein Top sieht wirklich fantastisch an dir aus. Toll, ich könnte mir das nicht mehr leisten und werde sogar ein wenig eifersüchtig auf deinen straffen Bauch.“

Denn Ansprechen ist laut der Beraterin schon die halbe Miete und es geht einem sofort besser.

Im Dialog zu bleiben sei grundsätzlich der wesentliche Baustein für eine gelungene Mutter-Tochter-Beziehung, vor allem in der Pubertät, in dieser die Tochter eine starke, wertschätzende, möglichst wenig eifersüchtige Mutter dringend für ihre Entwicklung – nämlich weg von ihr – benötigt. „Selbst wenn sie nicht will, signalisieren Sie Ihrer Tochter, dass Ihnen Gespräche wichtig sind und dass sie diesbezüglich nicht lockerlassen.“

Die Konkurrenz würde auch später, im Erwachsenenalter, nicht unbedingt weniger.  Hier geht es vor allem um das Verständnis, dass es ein Problem der Mutter selbst ist, die etwas Geringschätzendes sagt, das ihre mütterliche Eifersucht widerspiegelt. Auch hier gilt: „Sprechen Sie die verletzende Bemerkung an. Auch wenn es Ihnen erst Stunden später einfällt, suchen Sie Kontakt und fragen Sie nach: Siehst du das wirklich so?“ Das würde dann viele Aussagen in ein neues Licht rücken und erleichtern.

Falls Sie ein Profi-Gespräch zu diesem Thema führen wollen, stehen Ihnen die Beraterinnen und Berater in den österreichischen Familienberatungsstellen gerne kostenfrei zur Verfügung. Vereinbaren Sie einen Termin!