Kind im Bett

Die Leiden der Kinder und Jugendlichen im Lockdown

Margit Schmied, Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche und Beraterin in der Beratungsstelle für Familienberatung und Psychotherapie der Caritas der Diözese St. Pölten hat tagtäglich in Beratungssituationen mit Eltern und deren jungen und/oder jugendlichen Kindern zu tun, die unter den Lockdown-Bedingungen zunehmend leiden: „Zwischen 8 und 12 Jahren haben viele derzeit körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen, Albträume und Konzentrations-und Aufmerksamkeitsstörungen.

Bei Älteren seien es vor allem Schlaf- und Essstörungen sowie Depressionen, die bis hin zu Suizidgedanken führen können. Immer mehr junge Menschen würden sich sogar mit Ritzen selbst verletzen.

Doch die Beraterin führt nicht alles auf Corona zurück: „Durch den Wandel in unseren Familiensystemen, den oft fehlenden Elternteil und vor allem den oft enormen Druck in Schule und Ausbildung leiden viele schon länger.“

Schmied bedauert, dass Kinder und Jugendliche aus ihrer Sicht zu wenig Lobby hätten und zu wenig hingeschaut wird, wie es Ihnen wirklich geht.

Durch den derzeit sehr eingeschränkt möglichen Austausch mit Gleichaltrigen sei die Situation extra verschärft.

Eltern rät sie: „Nehmen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder ernst, hören Sie zu und reden Sie mit ihnen über ihre Probleme.“ Vor allem solle man auch großzügiger mit seinem Nachwuchs sein – was die Nutzung der sozialen Medien auch zu späten Abendstunden betrifft: „Da sind alle Freunde und Freundinnen online und man kann sich in Ruhe austauschen.“ Kontakte mit Gleichaltrigen sind derzeit oft nur so möglich.

Grundsätzlich solle man, wo auch immer möglich, Druck eher herausnehmen, da der ohnehin schon von Schulseite ausreichend käme. Wenn immer möglich, sollten die Kinder und Jugendlichen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen Gleichaltrige treffen.

„Machen Sie Ihren Kindern Angebote für gemeinsame Unternehmungen oder Spiele. Selbst wenn sie nein sagen tut ihnen das gut, gefragt zu werden.

Wenn Sie sich zu diesem Thema mit Familienberater/innen und Therapeut/innen sprechen wollen, wenden Sie sich gerne an eine der zahlreichen Familienberatungsstellen in Österreich, wo Sie einen kostenfreien Beratungstermin vereinbaren können.