Junges Mädchen, das erschrocken auf ihren Laptop-Monitor schaut.

Die Gefahren im Internet für Kinder und Jugendliche

Die junge Generation wächst heute mit dem unüberschaubaren Angebot des „World Wide Web“ heran. Das Internet zählt zum Alltag und der Einstieg in die virtuelle Welt ist jederzeit möglich. Kinder und Jugendliche können rund um die Uhr auf Informationen, Bilder und Videos zugreifen, Leute kennenlernen und kommunizieren, Daten austauschen, Online Games spielen, ... in all diesen Funktionen birgt das Medium viele Vorteile aber auch Gefahren: Pornografie oder Gewalt, Kontaktanbahnungen durch Fremde, Belästigung oder Cyber-Mobbing sowie Kostenfallen sind einige davon.

Dr.in Karin Urban ist Psychologin und Geschäftsführerin im Zentrum für Ehe- und Familienfragen in Innsbruck. Sie weiß: „Die Einführung in den Umgang mit dem Internet ist für Kinder sehr wichtig! Eltern sollten zunächst klarmachen, dass es auch online Regeln gibt, die zu beachten sind. Es hilft, sich daneben zu setzen und gemeinsam mit dem Kind das Internet zu entdecken. Das schafft eine Basis zur Kommunikation über die bewusste Nutzung des Mediums.“

Der Datenschutz spielt hier eine wichtige Rolle: „Kinder müssen lernen, im Internet vorsichtig mit persönlichen Daten umzugehen und Name, Adresse und Telefonnummer nicht leichtfertig weiterzugeben. Werden in Chats, Foren oder sozialen Netzwerken neue Freundschaften geschlossen, so sollte immer ein Erwachsener beim ersten persönlichen Treffen dabei sein“, rät Dr.in Urban.

Soziale Netzwerke bieten Kindern und Jugendlichen nicht nur den Vorteil, ihre Freundschaften zu pflegen. Die Plattformen werden auch genutzt, um andere zu beschämen. „Cyber-Mobbing unterscheidet sich von realem Mobbing“, erklärt die Beraterin. „Die Kinder und Jugendlichen erfahren über die Bloßstellungen von anderen und wissen oft nicht, wer dahintersteht. Hier gilt es, die Zivil-Courage in der Peer-Group zu stärken und solidarisches Handeln zu vermitteln. Schulsozialarbeiter können dabei unterstützen.“

Schutzmöglichkeiten vor ungeeigneten Inhalten kann man bereits beim Einstieg einrichten: Die Webbrowser bieten Einstellungen zum kindersicheren Surfen an, die diese Angebote filtern. „Trotz dieser Maßnahme ist es ratsam, Kinder durch das World Wide Web zu begleiten um sie vor unangenehmen Erlebnissen zu schützen“, erklärt die Expertin. „Werden ungeeignete Inhalte von Kindern wahrgenommen, so ist es wichtig, ruhig zu bleiben, zuzuhören und altersgemäß darüber zu reden. Dasselbe gilt für Jugendliche, die Pornografie oder Gewalt konsumieren. Hier sind Vorwürfe und übertriebene Verbote fehl am Platz.“

Wenn die Gewalt in Form von Online-Games konsumiert wird, oder Jugendliche nur noch in der virtuellen Spielewelt leben, dann sollten Eltern klare Grenzen ziehen. Die Konfrontation ist hier wichtig, da neben schulischen Konsequenzen auch eine ernsthafte Suchtproblematik entstehen kann. Eltern und Jugendliche können sich in diesem Fall an die österreichischen Familienberatungsstellen wenden. Die Beraterinnen und Berater zeigen Alternativen zu den Online-Games auf und können auch in allen anderen Fragen und Anliegen rund um die Gefahren des Internet unterstützen.

Weitere Informationen und Broschüren zum Thema finden Sie auch auf der Website des Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend.