Familienstreit

Der allweihnachtliche Familienzoff droht …

Wenn zu den Feiertagen die gesamte Familie zusammenkommt – und bei manchen ist dies nach geraumer Zeit – dann kommt es häufig zu Unstimmigkeiten bis hin zu echtem Streit. Franz Lehner, Berater im Männerberatungsbüro in Salzburg, weiß aus den Gesprächen mit seinen Klient/innen, dass in diesen raren Momenten des Zusammenkommens oft alte Gefühle hochkommen: Sentimentalitäten, nicht aufgelöste Streitthemen oder auch Trauerfälle: „Wenn dann noch Alkohol getrunken wird und eine gewisse Aggressionsbereitschaft dazukommt, ist es vorbei mit der Besinnlichkeit.“ Die Leidtragenden sind dann meistens die Kinder – allein für sie solle man sich bemühen, den erhobenen Zeigefinger in den Gesprächen zu vermeiden. „Am Weihnachtsabend wird oft versucht, alte Lücken zu schließen, die es in der Familie gibt. Dies ist aber oftmals nicht möglich und Weihnachten ist auch nicht der ideale Rahmen dafür.“ Die Erwartungen und Vorinvestitionen in diesen einen Tag sind oft ohnehin schon sehr hoch und überfrachtet. Dann kommt manchmal noch Konkurrenzdenken dazu, das etwa bei der Geschenkeübergabe entstehen kann.

Lehner empfiehlt, sich auf das Fest vorzubereiten: „Im Grunde muss man das ganze Jahr an Versöhnung und am Zusammenhalt in der Familie arbeiten. Es gibt genügend Anlässe, zu denen man Frieden schließen kann.“ Am wichtigsten ist dem Berater der Gedanke, dass Weihnachten eine Zeit des Friedens, der Toleranz, der Harmonie und der Versöhnung ist. Und so solle man auch handeln. Es besteht die Möglichkeit für einzelne Familienmitglieder am Weihnachtsabend quasi als Moderator oder Moderatorin aufzutreten: „Wenn problembehaftete Themen auftauchen oder Aggressoren sich lautstark zu Wort melden, wechselt man am besten das Thema oder versucht sanft zu beschwichtigen.“

Wichtig sei auch, am Tag selbst zu Ruhe in sich und mit den Kindern zu finden. So könne man viel positiver und besonnener sein, falls es zu Streit kommt. „Besuchen Sie die Kindermesse, einen Weihnachtsmarkt oder andere Orte, die auf das bevorstehende Fest einstimmen und Ruhe und Frieden ausstrahlen“, rät Lehner. Dazu wäre es auch eine schöne Geste, Menschen, die alleine oder krank sind, einen Besuch abzustatten und ihnen ein wenig Freude zu schenken.

Sollten Sie mit jemandem über familiäre Probleme sprechen wollen, sind Sie in einer der Familienberatungsstellen in ganz Österreich herzlich willkommen.