Vater rudert mit 2 Kindern

Den Sommer schaffen

Durch die begrenzte Anzahl an Urlaubswochen und unterschiedliche Urlaubspläne kann die Abstimmung bei getrennten, berufstätigen Eltern kompliziert werden. Ein gut geplanter Sommer hilft, diese Hürden zu überwinden.

„Im Zuge einer Trennung sollten in der Mediation nicht nur Besuchszeiten, sondern auch die Urlaubseinteilung besprochen werden.“, rät Waltraud Blauensteiner, Leiterin des Bereichs Alleinerziehende des Ehe- und Familienzentrums Feldkirch. So können sich Partner die Kinderbetreuung über den Sommer aufteilen und es wird weniger Hilfe von extern benötigt. Diese einfache Lösung ist jedoch bei Trennungen nicht immer möglich.

Für all jene, bei denen sich Kinderbetreuung nicht einfach über die Familie organisieren lässt, gibt es im Sommer bereits Angebote bei vielen Kindergärten und Schulen. Genaue Informationen dazu sind in den jeweiligen Gemeinden oder Landesregierungen erhältlich, ebenso Auskünfte über Kosten oder mögliche Ermäßigungen. Auch Tagesmütter oder Ferienangebote von verschiedenen Vereinen bieten sich als Alternative an. Einrichtungen, wie das Familienempowerment des Vorarlberger Kinderdorfs, organisieren ehernamtliche „Nachbarschaftshilfen“ für Familien, die wenig oder gar keine private Unterstützung in Reichweite haben.

Auch wenn es nicht immer leicht fällt auszusprechen, dass man Hilfe braucht, plädiert Blauensteiner darauf, die eigene Scheu zu überwinden und im Sommer verstärkt das soziale Netzwerk zu nutzen: „Alleinerziehenden Müttern/Vätern muss es nicht unangenehm sein, sich an die Umgebung zu wenden. Ganz im Gegenteil: Meist sind die Reaktionen durchgehend positiv. Wenn das Kind die Zeit einmal bei Nachbaren oder Freunden verbringt, kann dies eine Bereicherung für alle Beteiligten sein.“ Den Kindern macht es Spaß, miteinander zu spielen und die Eltern müssen sich nicht die ganze Zeit mit den Kindern beschäftigen. Außerdem ist es eine Bereicherung für das Kind, eine weitere Bezugsperson zu gewinnen. Am wichtigsten dabei ist jedoch, dass sich die Mutter/der Vater keine Sorgen machen muss. Abläufe sollten also gut abgesprochen sein.

Oft plagt Alleinerzieher/-innen dann ein schlechtes Gewissen und das Gefühl, sich revanchieren zu müssen. „Mütter/Väter sollten diese Bedenken ansprechen. Kleine Aufmerksamkeiten, zB einmal einen Kuchen mitzubringen, genügen oft schon als Zeichen der Wertschätzung.“, erzählt Blauensteiner.

Vor allem kann sich aber der Austausch von Alleinerziehern untereinander als sehr nützlich erweisen und helfen, gemeinsam Kraft zu tanken. „Nicht selten ergeben sich daraus praktische Vereinbarungen, bei denen zB eine/r immer vormittags und der/die andere nachmittags auf die Kinder aufpasst.“, erzählt Blauensteiner.

Blauensteiner betont, dass Alleinerziehende unbedingt auch an sich denken müssen, „um Kraft zu tanken und sich innerlich erholen zu können. Es sollte nicht jede freie Minute verplant werden – zwei oder drei Stunden Auszeit reichen oft schon.“

Weiterführende Infos:

www.allein-erziehende.at

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