Kind zeichnet multikulturelle Freunde

Das Potenzial in gemischten Klassen (Kinder mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen)

„Wer sich entscheidet sein Kind in eine Schule mit einem hohen Migrantenanteil zu geben, kann davon nur profitieren“, ist Bernadette Breyner, Koordinatorin Lerntraining, Trainerin und Beraterin im NÖ-Hilfswerk Baden sicher. Auch wenn das für Lehrer, die oft zu wenig in interkulturellem Lernen ausgebildet sind, eine besondere Herausforderung darstellt. Eltern sind mit diversen Sorgen und Ängsten konfrontiert: Der Lernfortschritt könnte darunter leiden und die gleichsprachige Cliquenbildung könnte es schwieriger machen, Freundschaften zu schließen und die Klassengemeinschaft entstehen zu lassen. 

„Viele Lehrer/-innen bemühen sich besonders, Lerninhalte langsamer und besser zu erklären um auch das schwächste Glied der Gruppe mitzuziehen. Somit egalisiert sich bald das Gesamtniveau“, erklärt Breyner. Von dieser oft detaillierteren und exakteren pädagogischen Vorgangsweise würden alle Kinder der Klasse profitieren.

Was die Gruppenbildung der Schüler/-innen betrifft, so sei das meist alleine schon durch die Gleichsprachigkeit der Klassenmitglieder gegeben. „In vielen Schulen wird allerdings darauf geachtet, dass auch in den Pausen deutsch gesprochen wird.“ Bei Jugendlichen gestalte sich die Durchmischung schwieriger, da sie in ihrem Wertesystem gefestigter seien. „Die Pädagogen sind hier gefordert, die unterschiedlichen Frauen- und Männerbilder anzusprechen und kulturelle Themen mit den Schülern/-innen zu diskutieren.“

Den Eltern rät die Expertin, ihre Kinder zu unterstützen, bei Problemen nachzufragen und selbst den Austausch mit Eltern mit Migrationshintergrund zu suchen. „Hier wäre es schön, wenn man sich auch auf Erwachsenenebene besser vernetzen würde. Durch diese Vorbildwirkung lernen die Kinder, dass Vorurteile unnötig sind und jeder Mensch gleichermaßen zu schätzen ist“, 

„Vielfalt leben – in allen Bereichen, sei es jetzt sprachlich oder kulturell ist im Wandel der Gesellschaft unumgänglich“, so Breyner.

Für alle die noch Fragen haben oder mehr Information zu diesem Thema brauchen, stehen die vielen österreichischen Familienberatungsstellen mit Antworten und Hilfestellungen zur Verfügung.