Mutter mit Sohn (hält Controller) am Schoß

Kinderfalle Bildschirm – sind Computerspiele schädlich?

Nintendo, XBox, Playstation, Computerspiele: Vielen Eltern stellt es allein beim Gedanken daran die Haare auf, dass ihre Kinder Zeit mit digitalen Spielen verbringen. Soziale Vereinsamung, Steigerung des Aggressionspotentials, unnötige Gewichtszunahme und eine Vielzahl weiterer Argumente stehen dann im Raum.

Herbert Rosenstingl, Leiter der Bundesstelle für Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen (www.bupp.at) entwarnt: „Die Wissenschaft konnte bislang wenige bis keine Negativwirkungen nachweisen.“ Somit vorerst grünes Licht. „Computerspiele machen Spaß, entspannen, eröffnen Kindern neue Lebensräume und man kann einiges lernen.“ Doch wie viel, ab wann und was? DI Barbara Amann-Hechenberger von Saferinternet.at, der österreichischen Informations- und Koordinierungsstelle für sichere Internetnutzung, gibt erste Tipps: „Allgemeingültige Regeln aufzustellen, ist schwierig. Ein Rahmen wäre etwa 1 Stunde am Tag bis zu einem Alter von acht Jahren, danach können es auch einmal 2 Stunden Gesamtzeit vor Bildschirmen, also auch Fernsehen, sein.“ Wichtig sei, dass Prioritäten der Familie, wie etwa gemeinsame Mahlzeiten, Platz finden. Dazu Rosenstingl: „Wenn man die Kommunikationsbasis mit den Kindern regelmäßig pflegt und aufrecht erhält, sollte es auch möglich sein, Kindern Alternativen zum Computerspielen anzubieten.“ Der nötige Respekt, Wertschätzung und Anerkennung auch für ihre Leistungen am Bildschirm sind die Basis dafür.“

Ein Tipp für Eltern: Computerexpert/innen zu werden, ist nicht nötig. Eltern sollten beobachten, wie Kinder spielen und weniger darauf achten, was sie spielen. „Spielen fördert durch das effiziente Bedienen der Maus die Koordination und Reaktionsgeschwindigkeit. Bei Spielen, die im Internet mit einer Community gespielt werden, kommen eine Reihe von weiteren Qualitäten dazu: Moderne Kommunikationsformen werden trainiert, Teamfähigkeit, Effizienz und Produktivität sowie der Umgang mit Frustration. Qualitäten, die sich alle Personalverantwortlichen von ihren Mitarbeitern wünschen.“, plädiert Rosenstingl für sinnvolles Computerspielen. Wichtig sei selbstverständlich, dass der Spielkonsum nicht überhand nimmt und nicht den zentralen Stellenwert im Leben des Jugendlichen einnimmt. Gespräche mit den Eltern über Werte und Ziele sind hier hilfreich – falls das nicht möglich ist und sich bei Jugendlichen ein süchtiges Verhalten abzeichnet, bieten Familienberatungsstellen Hilfe.

Über die Qualität der Spiele informiert die Webpage der oben erwähnten BuPP (www.bupp.at). Die BuPP veröffentlicht eine laufend aktualisierte Liste guter Spiele. Gute Spiele sind aus Sicht der BuPP solche, die in erster Linie Spaß machen und darüber hinaus das positive Potenzial, das Computerspiele grundsätzlich bieten können, auch möglichst gut ausschöpfen. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit Computerspiele selbst kennenzulernen und zu testen erhalten Sie auch beim Elterninfoabend „Faszination Computerspiele“ am 10. Februar in Wien. Informationen auf unserer Webpage unter dem Menüpunkt „Veranstaltungen“. Dort wird auch der kostenlose „Elternratgeber Computerspiele“ vorgestellt. Viele weiteren Infos und Tipps auf: www.saferinternet.at und www.bupp.at.