Frau schläft beim Laptop ein

Burnout

„Ich habe zu lange für zu viele Menschen zu viel gemacht“, ist der Ausspruch einer Lehrerin, die auf einmal nicht mehr unterrichten konnte.

Von Burnout betroffen sind vor allem Menschen, die ihren Beruf gern haben, die darin so richtig aufgehen. Diese Leidenschaft für eine Sache fühlt sich gut an, so lange der Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit passt.  Betroffen können alle Berufsgruppen sein – vom selbstständigen Handwerker bis zur Hausfrau, vom Mitarbeiter bis zur Chefin.

Es gibt jedoch Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Beurteilung darüber, wie es zum Burnout gekommen ist. Männer sehen die Gefahr eher in der Struktur: „Ich wurde nie beachtet, mein Chef hat über mich hinweggesehen“. Frauen geben vor allem sich selbst die Schuld: „Meine Fähigkeiten haben nicht ausgereicht, ich müsste besser sein“.

Vor allem Menschen, die alles selbst machen wollen und schwer delegieren können, trifft es. Ebenso Perfektionisten, die nur mit einem hundertprozentigen Ergebnis leben können.

"Burnout entsteht nicht von heute auf morgen, die Erschöpfung kommt schleichend. Oft dauert es Jahre, bis körperliche Symptome spürbar werden, und auf einmal geht gar nichts mehr. Mit letzter Kraft verausgaben sie sich und wollen sich nicht eingestehen, dass sie nicht mehr können, bis alle Energie weg und der Zusammenbruch da ist.", erklärt Karin Remsing, Dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberaterin an der Beratungsstelle BEZIEHUNGLEBEN – Abteilung Ehe und Familie der Diözese Linz.

Auf diese Weise nimmt sich unser Körper die notwendige Auszeit – manchmal durch eine körperliche Erkrankung, manchmal durch eine Depression. Unsere Psyche reagiert also eigentlich „gesund“ und stellt uns nach zu viel Anstrengung „ruhig“. Menschen mit Burnout sind dadurch gezwungen, nach der ANspannung in die ENTspannung zu kommen, nach der lang getragenen Last wieder die Lust zu entdecken, nach langem Geben endlich auch wieder nehmen zu dürfen. 

Wenn Erfolg und Leistung nie genug sind, kann die Wurzel auch in meiner Kindheit liegen, dass ich nur durch vermehrte Leistung die gewünschte Aufmerksamkeit der Eltern bekommen konnte. Diese Einstellung kann sich tief in die Seele eingravieren, so dass man mit sich nie zufrieden ist.

Familienberatungsstellen können in einem geschützten Rahmen und mit hoher Kompetenz die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit dem Symptom Bum-out ermöglichen. Beratung unterstützt die Betroffenen und auch die Angehörigen, bietet Orientierung, neue Blickwinkel und Stärkung der eigenen Ressourcen. Und Beratungsstellen vermitteln und leiten Klient/innen selbstverständlich weiter, wenn Kompetenzen anderer Berufsgruppen gefragt sind.