Bin ich wirklich der Vater?

Bin ich wirklich der Vater?

Ein Kind großzuziehen ist für viele Männer das Schönste auf der Welt. Was ist aber, wenn Zweifel kommen, dass man(n) nicht der biologische Vater ist? Mag. Hubert Steger, Klinischer- und Gesundheitspsychologe und Berater in der Wiener Männer Beratung, erzählt aus seiner Beratungspraxis, dass Kuckuckskinder kein seltenes Thema sind. Männer kommen meist schon vor einem möglichen Vaterschaftstest, um nach Unterstützung, Beratung und Optionen zu fragen – denn der Bedarf nach Klärung bestehe.

Zweifel beginnen häufig mit Unklarheiten: Etwa falls es im Zeitraum vor der Geburt eine Affaire oder Ähnliches gab, in Konfliktsituationen mit der Partnerin oder auch durch die Unsicherheit über den leiblichen Vater bei der Mutter selbst. Welche Möglichkeiten der Mann in solchen Situationen hat, kann er mit einem Profi in einer Familienberatungsstelle besprechen. Dazu Steger: „Ziel ist, die unterschiedlichen Emotionen, Zweifel und Verhaltensmöglichkeiten durchzugehen. In erster Linie muss ein Mann in so einer Situation nämlich nicht nur mit einem möglichen Vertrauensbruch seiner Partnerin, sondern auch mit Identitätsfragen kämpfen.“ Vieles hänge auch davon ab, wie offen die Partnerin damit umgegangen ist oder ob sie dem Mann die Wahrheit bewusst verschwiegen hat.

Hilfreich für Männer sei es, sämtliche Szenarien durchzudenken und zu reflektieren: Was passiert, wenn sich herausstellt, dass er nicht der Vater ist? Möchte er wirklich einen Vaterschaftstest veranlassen, akzeptiert er die Vaterschaft, möchte er die Beziehung zu dem Kind aufs Spiel setzten oder ob ihm eine anerkannte Vaterschaft, auch im Falle einer Trennung, finanziell überhaupt möglich sei. „Das kann ein längerer Prozess sein und es gibt einige Männer, die sich dann gegen einen Test entscheiden“, weiß der Berater.

Ist das Ergebnis im Falle eines Vaterschaftstests negativ, bedeutet das aber nicht, dass die Familie auseinanderfällt. Wenn eine stabile Partnerschaft besteht, kann die Situation, eventuell unter mithilfe von Experten/innen, positiv weiterentwickelt werden.

Der Aufruf  von Hubert Steger an Männer in solchen Situationen lautet jedenfalls: „Investierte Zeit für professionelle Unterstützung lohnt sich!“, denn bei Unklarheiten stehen zahlreiche Berater/innen bei (Männer-)Beratungsstellen für persönliche Gespräche zur Verfügung.