Junge Frau

Bin ich erfolgreich genug?

„Um sich die Frage nach dem eignen Erfolg im Leben ist überhaupt stellen zu können, müssen elementare Grundbedürfnisse wie etwa Fixkostendeckung und Gesundheit gegeben sein“, weiß Helene Haidl, klinische Psychologin und stellvertretende Leiterin des Psychologischen Dienstes der Wiener Kinder- und Jugendhilfe. Ist das der Fall, kann es verschiedene Gründe geben, die Anlass für eine diesbezügliche Lebensbetrachtung sind.

„Wir sind grundsätzlich so sozialisiert, dass Erfolg Belohnung bringt. Außerdem messen wir uns an anderen in Form des sogenannten sozialen Vergleichs – das sogenannte Social Referencing. Sollte man in diesem Vergleich subjektiv gefühlt schlechter „abschneiden“ oder auch den eigenen Erwartungen an sich selbst nicht entsprechen, kann sich große Unzufriedenheit einstellen“, so die Beraterin. Als ersten Schritt müsse man hinterfragen, warum genau man sich schlecht fühlt, woher diese eventuell auch idealisierten Erwartungen kommen. „Dann ist die Frage nach möglichen Veränderungen wichtig. Wie kann ich mich weiterentwickeln? Wie kann ich aus der frustrierenden Situation kommen? Oft käme es dann auf den Mut der jeweiligen Person an, wieviel sie oder er tatsächlich anpackt und korrigiert.

 

Aber es gäbe auch umgekehrte Fälle: All jene, die alles, was sie sich vorgenommen hatten, erreicht haben und dennoch unzufrieden und unglücklich sind. Haidl: „Es ist oft sehr schwierig, sich das einzugestehen und auch die Ursachenforschung ist schwierig.“ Möglicherweise müsse man überprüfen, ob der Weg, den man gegangen ist, tatsächlich der ist, den man wollte. Auch hier würde sich wieder die Frage stellen: Was kann ich tun, um einen Wandel zum Positiven für mich zu erzielen.

Diesen Reflexionsprozess solle man eher früh, als zu spät angehen und sich am besten dabei auch vom Freundeskreis und auch von Profis in Beratungsstellen begleiten lassen. Anderenfalls könne sich der Effekt einstellen, dass man aus der Negativ-Gedankenspirale nicht mehr herauskommt und schlimmstenfalls in eine Depression schlittert.

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