Im Vordergrund junger Mann, der staubsaugt. Im Hintergrund junge Frau, die Geschirr spült.

Arbeitsteilung im Haushalt

Ob Wäsche waschen, Fenster putzen, die Wohnung aufräumen oder Geschirr spülen – es ist alles Arbeit, die in einem Haushalt anfällt und gemacht werden muss. Partner sollten die Arbeit fair untereinander aufteilen und auch das Kind altersgerecht einsetzen, so Dr. Bettina Zehetner, psycho-soziale Beraterin in der Beratungsstelle Frauen beraten Frauen und Lehrbeauftragte an der Universität Wien.

Tatsächlich ist es in der Realität jedoch so, dass in den allermeisten Fällen die Frau die Hauptverantwortung für den Haushalt trägt. Der Mann hilft zwar, aber das bedarf wiederholter Bitten der Frau und ist alles andere als selbstverständlich. Und das, obwohl sich seit der Generation der Großmütter vieles verändert hat: Frauen sind jetzt meistens berufstätig und müssen deshalb neue Regeln aufstellen. 

Oftmals hängen die Partner jedoch noch an den alten gesellschaftlichen Normen: Frau nimmt die Hauptverantwortung für alles in Kauf und akzeptiert dankend jede Hilfe, die sie bekommen kann, als ob der Teil der Arbeit, den der Partner im Haus erledigt, nicht genauso selbstverständlich wäre wie ihr Teil. Das kann zur fälschlichen Annahme führen, dass alles in Ordnung ist, denn der Mann leistet einen Beitrag, und zwar genau den, um den er gebeten wurde. Anstatt lange zu bitten und zu fordern, hätte Frau viel lieber einen Mann, der selbst weiß, was zu tun ist, und von sich heraus anpackt. Also schweigt Frau doch lieber und erledigt vieles allein. Doch Schweigen löst das Problem nicht, es verfestigt vielmehr die alten Gewohnheiten; kann zu Frust und sogar zu Wutausbrüchen führen. BeratungsexpertInnen sind sich einig: die Partner müssen kommunizieren, sagen, was ihnen nicht passt. 

"Frauen sind oft darauf trainiert, Dinge schön zu umschreiben und ja nicht zu unhöflich zu wirken. Aber in solchen Fällen ist es wichtig, die Dinge klar zu benennen. Solang man bei den Ich-Botschaften bleibt und seine Anliegen sachlich formuliert, sollte es auch gut beim Gegenüber ankommen.“ so Dr. Zehetner. Gibt es dennoch Probleme in dieser Hinsicht, kann man bei einer der Beratungsstellen Hilfe finden. 

Übernimmt der Mann problemlos seinen Teil, möchte auch das Kind im Haushalt nützlich werden. Denn die Eltern erfüllen bekanntlich eine Vorbildfunktion. Je nach Alter kann man den Kleinen verschiedene Aufgaben auferlegen. Etwas bringen, Tisch decken, Geschirr abwaschen oder -trocknen gehören nicht zu den schwierigsten Aufgaben und doch kann sich das Kind stolz fühlen, selbst etwas vollbracht zu haben. Bereits hier ist es wichtig zu betonen, dass sowohl Mädchen, als auch Burschen gleichwertig miteingebunden werden sollen. Diese Gleichbehandlung erleben Sie dann später als etwas Selbstverständliches und haben so nicht mehr die Probleme der heutigen Generation. 

Es ist höchste Zeit für eine grundlegende Veränderung im Bewusstsein und in der Haltung von Männern und Frauen: Beide sind zu gleichen Teilen für die Haus- und Sorgearbeit verantwortlich – und zwar halbe-halbe, wie es auch das Ehegesetz seit 01.01.2000 vorsieht. 

Männer sind keine Kinder, die mithelfen, sondern sollten als gleichwertige Partner ihre Hälfte der anfallenden Arbeit übernehmen.