Werdende Mutter in den Wehen, mit ihrem Partner und ihrer Hebamme, die sie unterstützen.

Angst vor der Geburt

Medien, TV und Internet aber auch Familie, Freundes- und Bekanntenkreis können schwangere Frauen oft sehr verunsichern. „Wir leben in einer Zeit, in der so vieles möglich ist und müssen ständig Entscheidungen treffen. Jeder rät einem etwas anderes – daraus entsteht Unsicherheit“, weiß Elisabeth Waibel-Krammer, Sozialarbeiterin und Familienberaterin in der Familienberatungsstelle Knittelfeld. „Erstgebärende hören Geschichten, bekommen Ratschläge, haben eigene Wünsche, Idealbilder und Ansprüche an sich selbst. Das kann zu den Themen Ernährung, Geburtsvorbereitung, Yoga, Tanzen oder Massage sein.“

Aber wie kann man sich richtig vorbereiten, und auf wen darf man sich als Ratgeber verlassen? „Es ist vor allem wichtig, nachzuspüren: Was ist für mich richtig und gibt mir Sicherheit?“, erklärt die Beraterin. „Ältere Generationen, wie etwa die Eltern, sind keine idealen Ansprechpartner, da sich die Risiken der natürlichen Geburt geändert haben. Die Hebamme, der Arzt und die Familienberatung sind kompetent und können bei der Geburt helfen oder begleiten“, rät die Expertin. „Das Internet ist problematisch, da man aus der Fülle an Information nicht sachkundig und objektiv selektieren kann“, so Waibel-Krammer.

Der Partner kann für die werdende Mutter sehr viel tun und ihr Halt und Sicherheit vermitteln. „Er sollte seiner Partnerin sein absolutes Vertrauen zeigen, dass die Geburt geschafft werden kann. Seine Anwesenheit im Kreißsaal kann eine große Ressource sein, wenn sich die Frau damit wohlfühlt“, sagt die Beraterin weiter. Innerhalb der Partnerschaft bewirken Abstimmung und Konsens schon während der Schwangerschaft gegenseitige Beruhigung und Sicherheit.“

Entspannungstechniken, Atemübungen sowie Autogenes Training helfen schwangeren Frauen, wenn sie die Ängste schubweise packen. „Sinnvoll sind alle Methoden ohne intensive Selbsterfahrung, denn es gilt, sich auf die Schwangerschaft zu konzentrieren und nicht frühere Traumata aufzuarbeiten. Alles was unterstützt und positive Kräfte aktiviert ist hilfreich“, erklärt Waibel-Krammer. „Keinesfalls aber sollten Homöopathische Mittel oder Kräutertees auf eigene Faust angewendet werden, denn bereits Fuß- und Rückenmassagen können die Geburt auslösen.“

„Nur wenige schwangere Frauen erleben keine Ängste im Hinblick auf die Geburt, aber wenige sprechen darüber. Doch Stunden der Angst dürfen sein, das ist vollkommen normal. Darüber zu reden hilft“, rät die Expertin abschließend.