Kinder streiten im Auto

Angst vor dem Familienurlaub?

Die Erwartungshaltung ist beim großen Familienurlaub meist besonders hoch – und auf der anderen Seite häufig mit Angst verbunden. Kerin Stephanides ist Diplomierte Lebens- und Sozialberaterin und leitet das Kompetenzzentrum Ladybird in Feldkirchen. In ihre Beratungsstelle kommen nur allzu oft Personen, für die die geplante Auszeit zum Horrortrip wurde: „Ein erstes Problem ist die finanzielle Seite. Viele übernehmen sich aufgrund des sozialen Drucks des Umfelds und begeben sich damit in eine sehr unrunde Situation. Der Urlaub soll perfekt sein – unterm Strich ist aber das Konto leer.“  Ein weiterer Aspekt sei der oft vorprogrammierte Familienkrach: „Die Familie, die im normalen Alltag erst ab etwa 17:00 Uhr zusammenkommt und wenig Zeit für einander hat, ist plötzlich 24 Stunden zusammen. Und dann kommt man drauf, wie wenig man eigentlich miteinander anfangen kann. Sehr häufig sind Eltern von Jugendlichen davon betroffen“, weiß die Beraterin. 

Auch für die Partner/innen untereinander könne schon alleine die Fahrt zum Urlaub eine Herausforderung sein. „Jetzt hat man Zeit, Dinge anzusprechen – Probleme zu diskutieren. Und das führt nicht selten zu Streit. Die Urlaubskrise ist vorprogrammiert.“ Nicht zuletzt sei auch der enge Raum, in dem man sich häufig in Hotelzimmern gemeinsam befände, eine große Herausforderung für alle. Man ist gewohnt, Platz für sich zu haben, auch alleine sein zu können, wenn man das will – im Urlaub ist man dann plötzlich ständig umgeben von den anderen.“ Dies kombiniert mit dem Druck, dass doch alles schön, erholsam, erlebnisreich und mehr sein sollte, ergäbe häufig eine unharmonische Zeit. Um dem ein stückweit vorzubeugen, hat Stephanides einen konkreten Tipp: „Planen Sie als Familie Ihren Urlaub möglichst genau vor. Nehmen Sie sich Zeit dafür. Auch die finanzielle Seite muss wohlüberlegt sein.“ Dabei sollten möglichst alle Familienmitglieder miteinbezogen und ihre Erwartungen abgefragt werden. In einem weiteren Schritt könne man dann versuchen, möglichst viele Wünsche zu erfüllen – nach Maßgabe des Budgets – und auch Kompromisse zu schließen. Jeder sollte zum Zug kommen und seine Ideen äußern dürfen. Wenn alle am Projekt Urlaub mitarbeiten, sei das schon eine schöne Zeit miteinander und man lerne einander auch noch besser kennen!

Hin und wieder am Wochenende Kurztrips zu machen oder einfach mehr Zeit miteinander zu verbringen, beuge ebenfalls dem potentiellen Urlaubsstress vor. Wer sich dazu die Meinung eines Profis anhören möchte oder seinen Familienurlaub mit Expert/innen besprechen möchte, ist sehr gerne zu einem kostenfreien Gespräch in einer der zahlreichen Familienberatungsstellen in ganz Österreich eingeladen.