junge Frau telefoniert

Ungewollt schwanger – Alternativen zur Abtreibung

Ungewollte Schwangerschaften treten signifikant häufiger in Umbruchphasen des Lebens auf, beobachtet DSA Christine Dvorak, Sozialarbeiterin in der Beratungsstelle von aktion leben in Gesprächen mit Betroffenen.

Bei Frauen Ende 30 tickt oft unbewusst die innere Uhr, sehr junge Frauen probieren fallweise damit die Ablösung vom Elternhaus. Auch das Bedürfnis nach etwas „zum Liebhaben“ kann Grund für eine scheinbar ungewollte Schwangerschaft sein. Beratung kann helfen, Wunschfantasien von realistischen Annahmen unterscheiden zu lernen.

Wer kann unterstützen? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Wie wurden bisher schwierige Situationen bewältigt? – sind Fragen, die weiterhelfen mehr Klarheit über die verschiedenen Möglichkeiten zu erlangen. Auch wenn die Lebenssituation nicht optimal ist, können doch die Voraussetzungen ausreichend sein, um einem Kind eine gute Lebensgrundlage zu schaffen. Es geht darum, dass die Frauen mit all ihren Bedenken gehört werden und zu ausreichend Bedenkzeit motiviert werden.

Die Frage – was ist die Alternative – ist jedoch sehr individuell. Meist nur in Ausnahmesituationen, wenn die Frauen sehr spät von ihrer Schwangerschaft erfahren und ein Abbruch nicht mehr möglich ist, wird die Adoptionsfreigabe des Kindes erwogen. Frau Dvorak erwähnt, dass es wichtig ist, den Aufbau einer Bindung zwischen Mutter und Kind zu fördern. Es gibt gute Erfahrungen mit der sogenannten „vorgeburtliche Beziehungsförderung“, bei der speziell ausgebildete Therapeutinnen diesen Prozess unterstützen.

Die Beratungsstelle aktion leben ist für Betroffene über alle Kanäle (telefonisch, elektronsich. persönlich) für Gespräche bereit. Gleichzeitig bietet sie auch Information und Unterstützung in sozialrechtlichen und finanziellen Belangen, wie z.B. durch Patenschaften, befristete Arbeitsplätze, Sachspenden etc. von Beginn der Schwangerschaft bis zum zweiten Geburtstag eines Kindes.

Eine ungeplante Schwangerschaft kann eine immense Störung im Leben bedeuten, wenn eigentlich die Vollendung einer Ausbildung oder der Einstieg ins Berufsleben geplant sind, oder die Familienplanung bereits abgeschlossen ist. „Da kommt es darauf an, welches Vertrauen darauf, dass auch Ungeplantes im Leben Sinn machen kann, im emotionalen Rucksack vorhanden ist.“ Manche Paare wachsen gemeinsam an solchen Situationen. Fallweise wiederholen sich über Generationen ähnliche Konflikte. Beratung kann unterstützen, neue Wege zu eröffnen und Perspektiven aufzuzeigen, die die Frau im Moment noch nicht sehen kann und sie in ihrer Entscheidungsfähigkeit zu stärken, erzählt Dvorak über die Beratungsstelle.