Grafik - Figuren halten sich an den Händen, eine ist ausgeschlossen.

Alltag in einer multikulturellen Welt

Migration und Integration ist ein nie enden wollendes Thema in der Politik. Doch wie geht man damit im ganz normalen Alltag um? Wie kann man selbst dazu beitragen, dass Integration funktioniert? Gabriele Sommer von der Caritas Wien hilft, Klarheit zu schaffen.

„Am besten kann man Kontakt mit Leuten mit Migrationshintergrund über Gemeinsamkeiten und Interessen aufbauen. Es kann sich dabei um den gleichen Arbeitsplatz oder Kinder, die in die gleiche Klasse gehen, handeln.“, so Sommer. Des Weiteren hilft eine sensible Annäherung. Man kann sozusagen seine „Fühler“ ausstrecken und wird schnell merken, ob Kontakt erwünscht ist oder nicht. Auf keinen Fall sollte man sich von Ablehnungen kränken lassen. Es kann etliche Gründe für eine solche geben, die alle nicht persönlicher Natur sind. Eine Kindergeburtstagseinladung kann zum Beispiel abgelehnt werden, da die Eltern kein Geld für ein Geschenk haben und nicht unfreundlich sein wollen.

 Auch haben viele Leute Angst vor einer sprachlich bedingten Blamage. „Falls man nicht auf eine dritte Sprache wie Englisch ausweichen kann, sollte man klar und nach der Schrift reden und nicht versuchen, ungeduldig zu werden. Nachfragen trägt zum Verstehen bei, Verbessern würde ich keinesfalls, außer ich wurde vorher ausdrücklich darum gebeten“, so Frau Sommer. Wenn doch einmal Ungeduld hochsteigt, sollte man einfach an den letzten Italienurlaub denken und sich daran erinnern, wie froh man war, dass einem endlich jemand den richtigen Weg zum Strand erklärt hat. 

„Die besten Tipps zur Integration sind Offenheit und Auseinandersetzung. Sich in sein Gegenüber sozusagen hineinzuversetzen.“, meint Sommer. Man kann aber auch keinen Kontakt oder eine Freundschaft erzwingen. Allgemein ist zu erwähnen, dass viele der Bürger mit Migrationshintergrund gar nicht als solche auffallen. Dazu Sommer: „In der Regel spricht man, wenn es um das Thema Integrationsproblematik geht, von einer bestimmten Schicht mit wenig Bildungshintergrund, schlechter beruflicher Qualifikation und einer schlechten finanziellen Situation. Man sollte nicht vergessen, dass es genau diese Personen auch mit österreichischer Staatsbürgerschaft gibt und sie nicht weniger problematisch erlebt werden. Auch diese Gruppe ist schlecht integriert.“

Integration heißt nicht, eine andere Kultur und Tradition in die eigene zu verwandeln, sondern die Andersartigkeit zu akzeptieren und voneinander zu lernen. Nichts kann spannender sein, als unsere multikulturelle Welt. Falls man sich näher zu diesem Thema informieren möchte, oder Unterstützung in einer Problemsituation braucht, findet man jederzeit bei einer Beratungsstelle Antworten und Lösungswege.