Mutter mit Kleinkind am Arm, die ein Handy am Ohr, einen Tablet-PC in der Hand und einen Kochtopf in der anderen trägt.

Alleinerzieher auf Partnersuche – Wann ist man bereit?

Nach einer Trennung sehnt man sich irgendwann wieder nach einer Partnerschaft, nach Zweisamkeit. Wenn man Kinder hat, spielen auch diese dabei eine wesentliche Rolle. Man versucht den richtigen Zeitpunkt zu finden und fragt sich selbst, ob man bereit ist, sich auf eine neue Beziehung einzulassen.

Wer emotional noch in einer Beziehung lebt und nicht abschließen kann, kann sich auf keine neue Partnerschaft einlassen. „Trennungsschmerz ist zu verarbeiten, Beratung oder Therapie können dafür hilfreich sein“, weiß Irmgard Böhm, Leiterin der Beratungsstelle des Vereins Kolping Österreich. „Leidet ein Elternteil sehr, so spüren dies auch die Kinder. Gab es eine enge Bindung zum anderen Elternteil, so müssen sie selbst erst mit dem Trennungsschmerz umgehen“, erklärt die Beraterin.

Die Dipl. Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin für systemische Familientherapie meint dazu: „Grundsätzlich muss man sagen, dass eine neue Beziehung umso unkomplizierter für die Kinder ist, je enger und sicherer der Kontakt zum anderen Elternteil ist und je besser das Verhältnis der beiden Elternteile zueinander ist. In einem solchen Fall sehen die Kinder einen möglichen neuen Partner als Ressource.“

Oft beginnt es damit, dass man sich fragt, wie man einen neuen Partner finden soll. Alleinerzieher sind häufig in einem engen Zeitkorsett gefangen und finden kaum Zeit, jemanden kennenzulernen. „Gehen Sie unter Menschen, seien Sie auch in ihrem Arbeitsumfeld offen und bereit, neue Kontakte zu knüpfen“, rät die Expertin.

Wenn das schlechte Gewissen plagt, ob man auch den Kindern gut tut, wenn man bei der Partnersuche vorerst auf sich selbst schaut, kann die Beraterin auch hier helfen: „Zunächst muss man selbst glücklich sein. Denn eine zufriedene Mutter, ein zufriedener Vater tut auch den Kindern gut.“

Wenn es dann soweit ist, und man ist verliebt, stellt man sich die Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist, die Kinder mit dem neuen Partner zu konfrontieren. Die Trennung muss jedenfalls vollständig vollzogen sein und den Kindern auch kommuniziert worden sein. Sie hegen oft den Wunsch, ihre Eltern könnten wieder zueinanderfinden und sind nicht bereit für einen Neuanfang“, so Böhm. Darum sollte man es langsam angehen und die Kinder nicht sofort mit der neuen Beziehung überfordern.

Wichtig ist es auch für den erziehenden Elternteil, der in einer neuen Partnerschaft lebt, alte Muster zu erkennen und zu bearbeiten. Dazu Böhm: „Oft wiederholen sich dieselben Geschichten in der neuen Partnerschaft – häufig gibt es in Familien kein Modell für eine funktionierende Partnerschaft.“ Bei Zweifeln, Fragen und Leidensdruck kann hier eine der zahlreichen österreichischen Familienberatungsstellen gut weiterhelfen.