Familie umarmt sich, lachen herzhaft

Wenn ein kleines Kind kommt – zehn Punkte für besseres Paarmanagement

Viele Beziehungen scheitern an dem Zusammenleben mit Baby oder Kleinkind. Wir haben für Sie einen zehn Punkte Plan zusammengestellt, der Sie in der neuen Situation davor bewahrt, Ihre Partnerschaft zu sehr zu vernachlässigen.

Dr. Barbara Nagele-Fritz, Pädagogin und Psychotherapeutin hat als Beraterin der Familienberatungsstelle im Eltern-Kind-Zentrum in Innsbruck viel mit jungen Eltern zu tun, die mit unerwarteten Problemen konfrontiert sind: „Sich vorzustellen, wie es mit einem Kind ist und dann wirklich eines zu haben ist genauso unterschiedlich wie einen Wirbelwind im Fernsehen zu verfolgen oder selbst mitten drin zu sein.“ Nicht zuletzt aufgrund der oft völlig unterschätzten Anforderungen wird auch die Paarbeziehung häufig sehr strapaziert, wenn plötzlich von einem Tag auf den anderen ein Baby zu versorgen ist.

Dr. Nagele-Fritz hat zehn wesentliche Punkte zusammengestellt, die Paaren in dieser schwierigen Zeit helfen können. 

  1. Wertschätzung und Toleranz
    Einer der wichtigsten Punkte ist, dass die Tätigkeiten des jeweils anderen geschätzt werden müssen. „Sagen Sie öfter ,Danke´um dem anderen zu zeigen, dass Sie sehen, was er/sie leistet!“Im Gespräch bleiben
  2. Viele Paare finden keine Zeit mehr, miteinander zu reden – das kann fatal enden. „Finden Sie gemeinsam Möglichkeiten, sich über Ihre Gefühle auszutauschen. Mindestens einmal die Woche für 15 Minuten,“ so der Rat der Therapeutin.
  3. Gute Organisation
    Gerade wenn ein Baby da ist, sind oft ganz selbstverständliche, alltägliche Dinge schwer zu organisieren. Auch hier ist Zusammenhalt und oft auch Hilfe von außen notwendig.
  4. Netzwerk aufbauen
    Nagele-Fritz: „Stellen Sie ein Netzwerk von Menschen zusammen, die Ihnen helfen. Eltern Freunde, Verwandte oder auch einen Babysitter, der Ihnen Freiräume schafft, um auch die Beziehung zu pflegen.“
  5. Im sozialen Kontakt bleiben
    Viele junge Eltern verlieren völlig den Kontakt zu Freunden. Diese Isolation tut weder der Beziehung, noch der Gesamtsituation gut.
  6. Wissen aneignen
    Dr. Nagele-Fritz rät Jungeltern, sich möglichst viel Wissen rund um Geburt und Kindererziehung anzueignen. Das hilft bei Unsicherheit und man weiß zumindest, wo man nachlesen kann, wenn man sich in einer problematischen Situation befindet.
  7. Austausch mit anderen
    „Treffen Sie sich mit anderen Müttern und Vätern – das kann man ja besonders gut auch in den verschiedenen Eltern-Kind-Zentren tun. Der Austausch mit anderen hilft sehr und zeigt, dass man nicht alleine ist mit seinen Problemen. Außerdem können Sie Freundschaften knüpfen und finden eine kindgerechte Umgebung vor.“
  8. Perspektiven entwicken
    „Denken Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner regelmäßig Dinge aus, auf die Sie sich freuen können. Planen Sie zum Beispiel an ein einem anstrengenden Wintertag, was Sie im Sommer machen werden. Das hilft oft sehr über trübe Tage hinweg.“, so ein weiterer Gute-Laune-Tipp von Nagele-Fritz.
  9. Ein freier Wunsch pro Woche
    Ein weiterer Gedanke der Therapeutin ist, dass Paare einander wöchentlich einen freien Wunsch schenken sollten: „Jeder darf einmal pro Woche sagen, was er/sie gerne hätte. Sei es ein gemeinsames Abendessen oder eine Massage oder nur eine innige Umarmung – das schweißt zusammen.“
  10. „Auch einmal 5 gerade sein lassen“
    „Wichtig ist auch, nicht immer alles zu ernst zu nehmen und miteinander zu lachen! Das entspannt, lockert und fördert ebenfalls den Zusammenhalt.“