Mutter und Vater streiten, Kinder genervt

Probleme mit den Alimenten: Was tun, wenn er/sie nicht zahlt?

Wenn Alimente vom Unterhaltspflichtigen nicht bezahlt werden, steht der obsorgeberechtigte Elternteil nicht selten vor einer schwierigen Situation.

"Wir raten, den Unterhalt in der gesetzlich zustehenden Höhe berechnen zu lassen. Dies ist bei Gericht oder am zuständigen Jugendamt möglich. Zeichnen sich bei der Hereinbringung des Unterhalts Schwierigkeiten ab, kann der obsorgeberechtigte Elternteil das Jugendamt zum Vertreter in Unterhaltsangelegenheiten bestellen. Das Jugendamt übernimmt es dann, die erforderlichen Anträge zu stellen. Ein Antrag auf Erhöhung der Alimente ist bei Gericht oder über das Jugendamt möglich, sofern sich die Einkommensverhältnisse des Unterhaltspflichtigen oder das Alter des Kindes/der Kinder verändert haben.", so Diplomsozialarbeiterin Weilguny, Mitarbeiterin in einer Familienberatungsstelle.

Die Alimente stehen nicht dem Ex-Partner, sondern dem Kind zu – es kann daher nicht darauf verzichtet werden. Es ist die Aufgabe des Obsorgeberechtigten oder, bei gemeinsamer Obsorge, desjenigen Elternteiles, in dessen Wohnsitz sich das Kind überwiegend aufhält, Alimentationsansprüche des noch minderjährigen Kindes geltend zu machen. Ab Volljährigkeit muss die Berechtigte/der Berechtigte ihre/seine Ansprüche selbst geltend machen. Das Besuchsrecht als Druckmittel einzusetzen ist schlecht für die Beziehung zum Kind. Besuchsrecht steht zu, auch wenn Alimente nicht bezahlt wurden.

Es ist darauf zu achten, das Kind/die Kinder aus Streitigkeiten herauszuhalten. Unstimmigkeiten in der Familie können es/sie sehr belasten und zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Innerfamiliäre Konflikte dürfen aber auch nicht zum Tabu gemacht werden. "Wenn das Kind oder der Jugendliche Fragen stellt, sollen Eltern altersgerecht Antworten geben.", rät Weilguny. "Wichtig ist es, dem Kind zu vermitteln, dass es nicht schuld ist an Streitigkeiten, und dass die Eltern gemeinsam eine Lösung des Problems finden werden."

Oft fehlt die Gesprächsbasis leider gänzlich. In Familienberatungsstellen gibt es die Möglichkeit in einer Beratungssituation Belange, die das Kind betreffen, zu klären, um sich in wichtigen Fragen zu einigen. "Die BeraterInnen sind zu Verschwiegenheit verpflichtet. Gespräche können nur freiwillig stattfinden.“, erklärt Weilguny. Gespräche in Gegenwart einer unabhängigen Beraterin können Spannungen aus der Beziehung nehmen und möglicher Weise den Weg zu Gericht ersparen. Alle Betroffenen haben dabei die Möglichkeit, Standpunkte, Wünsche und Bedürfnisse zu erklären, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Weiters gibt es Familienmediation, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Familienberatungsstellen bieten Gesprächsmöglichkeit, Informationen über geförderte Familienmediation sowie Informationen über verschiedene Beihilfen und Unterstützungsmöglichkeiten für Familien mit geringem Familieneinkommen.